Zurück zum Überblick

Ein fusioniertes Gampel-Steg hätte wirtschaftlich und politisch mehr Gewicht

Laut gedachte Fusionsgedanken

Gampel / Steg / Abwegig ist der Gedanke nicht: Mit der Fusion von Gampel-Steg zu einem 3000-Seelen-Städtchen mit gestärktem Selbstbewusstsein und einer schlanken Verwaltung könnte an der Lonza ein neues Regionszentrum entstehen. Ein RZ-Gedankenaustausch mit den Verantwortlichen.

Von Susanne Perren

"Das wird ein Thema." Ewald Forny, Gemeindepräsident von Steg weiss, dass heute - wie bei der NEAT - nur noch mitreden kann, wer genügend Gewicht besitzt. Die von einer Gemeinde geforderten Serviceleistungen werden immer grösser. "Hätten wir eine gewisse Grösse, könnten wir der Bevölkerung Zusatzdienste wie im Polizeiwesen oder in der Kulturförderung anbieten, die heute nicht finanzierbar sind", so Ewald Forny. Auch die budgetierte Mehrzweckhalle von Steg wäre mit gemeinsamen Mitteln eher realisierbar. Offenbar ist jedoch eine Fusion noch nie offen diskutiert worden.

Gemeinsamkeiten
"Langfristig denkbar", meint auch Bruno Martig, Gemeindepräsident von Gampel auf Anfrage. Er betont, dass beide Gemeinden bereits heute in einigen Bereichen am gleichen Strick ziehen: Orientierungsschule, Zivilschutz, Stützpunktfeuerwehr und Hochwasserschutz werden gemeinsam geführt, bei den Gebühren gibts Absprachen. Der zunehmende Spardruck der Wirtschaft zwinge "zum Zusammenrücken", wirft Bruno Martig ein. Einsparungen in der Verwaltung wären sicher ein erster Vorteil. Auch bei den Vereinen habe man sich im Verlaufe der Jahre "arrangiert". Steg führt FC und Samariterverein, Gampel Turn- und Jagdverein. Ob beide Gemeinden längerfristig Nachwuchs für zwei Musikgesellschaften fänden, bezweifelt Martig.

Ortsbindung spielt
Von heute auf morgen wäre eine Fusion nicht denkbar. Die Verwurzelung und Identifikation mit dem eigenen Dorf ist gross. Die "nächste Generation dürfte das anders sehen", so Forny. Ein weiteres Hindernis: Steg und Gampel werden durch zwei Grenzen getrennt: Die Bezirksgrenze und die Grenze der sozio-ökonomischen Regionen Leuk und Visp-Westlich Raron. Kanton und Bund müssten die entsprechenden Gesuche gutheissen. Die Diskussion sei "durchaus möglich", gibt sich Benno Tscherrig, Regionssekretär von Leuk, progressiv. "Wo ein Wille, da ein Weg", meint Josef Indermitte, Sekretär der Region Visp-Westlich Raron prosaisch. Von beiden unausgesprochen bleibt, dass ein fusioniertes Steg-Gampel genügend Potential besässe, in der Region Leuk eine neue Führungsrolle zu übernehmen. Für Indermitte ist es noch zu früh, über die Regionszuteilung nachzudenken. Erst müssten beide Gemeinden den Willen zur Fusion bekunden. Danach würden in einer Studie die Vor- und Nachteile abgewägt. So wird man diesseits und jenseits der Lonza weiterhin in möglichst vielen Bereichen kooperieren.

[ top ]