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Das Stimmvolk von Brig-Glis entscheidet am 24. Oktober über 3.6 Millionnen-Schwimmbadkredit

Sportbecken statt Wasserpark

Brig / Das Schwimmbad Geschina soll für 3,6 Millionen Franken saniert werden. Wer allerdings einen abwechslungsreichen Was-serpark erwartet hat, wird enttäuscht. Wesentlichste Änderung: Neues Hauptgebäude mit einer Holzschnitzelfeuerung zur Erwärmung des Badewassers.

Von German Escher

Das Projekt - es wird am 4. Oktober an einer Urver-sammlung detailliert vorgestellt - ist einfach: Das Haupt-gebäude mit Garderoben, Kiosk, Restaurant und Aufbereitungsanlage wird durch einen Neubau am selben Ort ersetzt. Eine bessere Raumanordnung soll die Betriebsabläufe vereinfachen. Im Untergeschoss sollen Reserveräumlichkeiten entstehen und auf dem Dach ist ein Wintergarten mit einer kleinen, auch für Nicht-Badegäste zugänglichen Bar vorgesehen. Weiteres Novum: Über eine Passarelle gelangt der Badegast direkt vom Obergeschoss ins Wasser.

Keine neuen Becken
Für den Badegast wirds zwei wesentliche Änderungen geben: Zum einen wird das heute 80 cm tiefe Becken unterteilt, um ein 40 cm tiefes Bassin für kleine Planscher zu schaffen. Zum andern wird das Wasser auf 24 bis 26 Grad geheizt. Damit soll die Badesaison verlängert und eine wesentliche Voraussetzung zur Ho-mologierung des 50-Meter-Beckens als Wettkampfbassin erreicht werden. Eine Kletterwand am Tauchbecken rundet die Angebotserweiterung ab. Statt auf den von vielen erhofften Wasserpark wird auf Sport- und Familienbad gesetzt, wie Stadtpräsident Peter Planche erklärt: Viele wollen ohne grossen Rummel mit ihren Familien baden oder Sport betreiben." Der Verzicht auf grosse Wasserattraktionen hat allerdings auch technische Gründe. Die Wasseraufbereitungsanlage ist am Anschlag," erklärt Architekt Matthias Werlen. Die Folge: Die Wasserfläche kann nicht erweitert werden. Die Wasseraufbereitung wird zwar erneuert, indem auf die gefährliche Chlorgasanlage verzichtet wird. Ein Ausbau indes scheint aus finanziellen Überlegungen derzeit kein Thema, ist aber aufgrund der Raumreserven im Neubau später möglich. Vorausgedacht haben Planer und Politiker auch im Heizsystem. Laut Oliver Meyer von Cygnus Engineering wurden die verschiedenen Varianten von Solaranlagen bis Wärmepumpen geprüft. Schliesslich entschied man sich für eine Holzschnitzelfeuerung, die derart ausgelegt ist, dass in einem Fernwärmeverbund später auch das Stockalper-schloss damit geheizt werden könnte.

Bauen statt baden
Die Sanierung verschlingt rund 3,6 Mio. Franken. Davon fliessen allein 2,4 Mio. in den Neubau, 300`000 in die Aufberei-tungsanlage und weitere 250`000 Franken in die Heizungsanlage. Stimmen die BürgerInnen am 24. Oktober an der Urne dem Kredit zu, sollen laut Stadtrat Schwes-ter-mann die Arbeiten im Frühjahr in Angriff genommen werden. Die Geschina bliebe also im nächsten Jahr geschlossen. Einen Bau-beginn nach Ende der Sommersaison hält Architekt Matthias Werlen mit Blick auf einen Schlecht---wet-terherbst oder frühen Wintereinbruch für zu riskant.

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Ressortchef Hans Schwestermann zur Sanierung des Schwimmbads Geschina

Es braucht nichts Verrücktes

Brig / Seit längerem liegt die Schwimmbad-Sanierung auf seinem Tisch: Jetzt nimmt Stadtrat Hans Schwestermann, Ressortchef Sport, Kultur und Jugend, Stellung zu Kosten, Projekt und Notwendigkeit.

Von German Escher

RZ: Warum muss das Schwimmbad Geschina für so viel Geld, 3,6 Millionen Franken, saniert werden?

Hans Schwestermann: So viel Geld - das ist relativ. Das Schwimmbad Geschina ist wirklich sanierungsbedürftig. Das sieht der gesamte Stadtrat so, der beschlossen hat, 3,6 Millionen Franken ins Bad zu investieren. Das ist wichtig und notwendig.

RZ: Sie sagen, es sei dringlich: Wieso hat es dann so lange gedauert, bis man das Projekt vorgelegt hat?

H.S.: Gut Ding will Weile haben. Wir haben verschiedene Projekte studiert. Vor allem der Bereich Erlebnis und Fun hat uns lange beschäftigt. So haben wir beispielsweise den Einbau einer Wellenanlage geprüft, die ein eigentliches Wellenreiten ermöglicht - aber weit über eine Million Franken gekostet hätte. Im Rahmen dieser Evaluation und im Gespräch mit den Bürgern wurde uns das bisherige 50-Meter-Becken aber immer wichtiger.

RZ: Ein neues Schwimmbad in Naters, eine grosse Sanierung in Visp und Riesenkonkurrenz in Brigerbad: Hat man überhaupt eine Bedürfnisabklärung durchgeführt?

H.S. Im Rahmen eines zukunftsorientierten Sportangebots, das wir in unserer Gemeinde realisieren möchten, ist die geplante Sanierung wichtig und richtig. Wir konkurrenzieren auch nicht Brigerbad. Das ist ein Thermalbad. In Naters besteht ein beheiztes 25-Meter Becken. Wir hier in Brig möchten jetzt unter anderem ein beheiztes, homologiertes 50 Meter-Becken und damit den Sport miteinbeziehen. Aber es stimmt: In den vorangegangenen Verwaltungsperioden hätte man über die Gemeindegrenzen hinweg besser miteinander reden müssen. Aber zum jetzigen Zeitpunkt stellt sich die Frage anders: Nämlich wollen wir die Geschina aufgeben oder sanieren. Der Briger Stadtrat hat sich für die Sanierung entschieden.

RZ: Aber müsste man dann nicht etwas total anderes machen - beispielsweise einen Badesee?

H.S.: Das wäre durchaus möglich gewesen. Wir haben auch verschiedenste Abklärungen getroffen. Die Entscheide wurden auch nicht am grünen Tisch, sondern im Gespräch mit Fachleuten und Badegästen gefällt. Die Meinung war einhellig: Der Standort ist gut und es braucht nichts Verrücktes im Bereich Fun und Beach. Wir sind auch nicht irgendwo am Mittelmeer, sondern im Oberwallis inmitten der Berge.

RZ: Der Bau eines Hallenbades war nie ein Thema?

H.S. Ein Hallenbad hat uns schon aufgrund der Investitionskosten nicht interessiert. Erfahrungen in grösseren Städten mit über 50'000 Einwohnern zeigen zudem, dass die Betriebskosten nur schwer in Griff zu bekommen sind.

RZ: Ist die Sanierung des Schwimmbades eine Feuerwehr-Übung oder eingebettet in ein eigentliches Sportkonzept?

H.S.: Die Geschina ist Bestandteil eines Gesamtkonzeptes, zu dem weitere Sportanlagen auf der gegenüberliegenden Saltina-Seite gehören. Die Gemeinde hat ja bekanntlich den entsprechenden Boden durch einen Abtausch erworben. Hier möchten wir das Sportangebot der Gemeinde erweitern. Noch sind keine konkreten Entscheidungen gefällt. Aber da könnten Fussball, Tennis und polysportive Hartplätze durchaus ein Thema sein. Diese gesamten Anlagen könnten über eine Passarelle mit dem Schwimmbad verbunden werden.

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