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Verkehrsstau
vor Visp: Schleichwege ärgern Anwohner
Im
Auto auf Schleichfahrt

Visp
/ Eyholz / Gehts im Stau vor Visp nicht mehr weiter, ziehts die Automobilisten
querfeldein. Kein Weg ist zu weit, um den Stau links liegen zu lassen.
Von
Waldemar Schön
Freitagabend
im Stau in Eyholz: Entnervte Autofahrer wenden auf der doppelten Sicherheitslinie,
rasen wie die Berserker durch die Schleichwege von Eyholz oder nehmen
die Strässchen in Baltschieder und Lalden ins Visier, um dem Verkehrsmoloch
Visp aus dem Weg zu gehen.
Raser
in Sicht
Bereits haben sich auch verschiedene Gemeindepräsidenten bei der Kantonspolizei
gemeldet und darum ersucht, die Verkehrssünder zu büssen, die trotz Fahrverboten
über diese Schleichwege rasen. Nur: Die Polizei sitzt zwischen den Stühlen:
Büsst sie nicht, nerven sich die Anwohner; büsst sie, so setzt man sich
dem Vorwurf der Schikane aus. "Seit Jahren mache ich die Behörden in Visp
auf diese Missstände aufmerksam", sagt Louis Mazzotti gegenüber der RZ.
Er betreibt einen Campingplatz an der Bahnlinie zwischen Eyholz und Visp.
Und just hinter dem Campingplatz geht ein beliebter Schleichweg "über
Stock und Stein", wie sich Mazzotti ausdrückt. "Und das trotz Fahrverbot."
In der Tat rauscht ein Fahrzeug nach dem anderen über die Schotterpiste:
Kombis, Lieferwagen. "Das Schlimmste sind aber die Lastwagen", so Mazzotti.
Und sein Nachbar pflichtet ihm bei: "Ich kann meinen Garten wegen dem
Staub nicht mehr vermieten."
Nun,
dieser Schleichweg ist noch nicht derart schlimm. Gefährlich wird es aber
dort, wo an Häusern, Restaurants und engen Einfahrten Vollgas gegeben
wird. Das sieht auch der Visper Polizeichef Bruno Zenhäusern so: "Zum
Beispiel beim Restaurant Sport in Eyholz sind auch 50 Stundenkilometer
viel zu viel." Er habe schon vor einiger Zeit Vorschläge unterbreitet,
wie an diesem und anderen Orten das Tempo gedrosselt werden könnte: Fahrbahnverengungen,
Tempo 40 und Einspurkorridore. "Aber beim Kanton geht das sehr langsam
voran und wir müssen alles nochmals aufrollen", so Zenhäusern.
Massnahmen
"Wir werden in der nächsten Woche mit Polizeikadetten Verkehrszählungen
durchführen. Dann haben wir verlässliche Zahlen, wer wo langfährt. Zusätzlich
wird ermittelt, ob es eine Hilfe ist, wenn zusätzliches Personal zur Seite
steht und den Verkehr regelt." Was aber noch immer nichts an der Situation
in Baltschieder und Lalden ändert. Dort geht der Verkehr auch munter durchs
Dorf, obwohl bei der Dorfeinfahrt ein grosses Fahrverbot steht.
Öffentlicher
Verkehr
Tatsache ist: Der Stau vor Visp wird sich nicht morgen auflösen und guter
Rat ist teuer. Dabei gäbe es doch eine sehr vernünftige Möglichkeit, als
Pendler von Brig nach Visp und umgekehrt zu kommen: Bahn und Bus. So stehen
dem Pendler von 6 Uhr in der Früh bis 8 Uhr zwölf Verbindungen mit öffentlichen
Verkehrsmitteln zur Verfügung, um beispielsweise von Brig nach Visp zu
gelangen. Und am Abend sieht es nicht viel anders aus. Vorteile: Kein
Stauärger, keine Parkplatzsuche und man hat erst noch die Zeit, ruhig
in den Tag zu starten oder das Tagwerk zu vollenden. Aber für einfache
Lösungen sind die Oberwalliser bekanntlich nicht zu motivieren. Daher
wird der Stau mit den damit verbundenen Nebenwirkungen locker weitergehen
- bis zum Kollaps.
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