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Baltschieder
erwägt Verschiebung der Hochspannungsleitungen
Hochspannung
in Baltschieder

Baltschieder
/ Das leise Surren weckt Unbehagen - und verursacht bei sensiblen Personen
latente Beschwerden. Allein das Bild ist beschwörend: In Baltschieder
verläuft die Hochspannungsleitung mitten durchs Dorf. Die Forderung nach
einer Verschiebung wird laut.
Von
Susanne Perren
Gliederschmerzen,
Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten beklagen vereinzelte Betroffene
in Baltschieder - klare Symptome von Elektrosensibilität. "Das ist sehr
unangenehm", meint Dr. Bernhard Aufdereggen, Arzt und Präsident der Schweizer
Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz. Seit Jahren macht sich der in Baltschieder
wohnende Mediziner stark für einen verbesserten Schutz gegen elektrische
Fehlen von Hochspannungsleitungen. Langfristig können laut Aufdereggen
sogar chronische Schäden auftauchen. Studien zeigten eine deutliche Zunahme
von Krebs, insbesondere von Leukämie bei Kindern. Das Thema wird um so
aktueller, als dass im Zuge des Ausbaus der Übertragungsleitungen die
Kapazität von 220 V auf 380 V aufgeschaltet würde.
Strommarktwandel
Die Strommarktöffnung stellt die Anbieter vor neue Bedingungen — sie müssen
ihre Leistungen erhöhen. In der Schweiz wird der Strom in vier Spannungsebenen
transportiert. Auf jeder Ebene können Kraftwerke Strom einspeisen und
Kunden Strom beziehen. Die Leitungen müssten neu 380 V transportierten.
In einem Sachplan Übertragungsleitungen erarbeitet der Bund über 68 Bauvorhaben.
Eines davon ist das Projekt Chippis-Ulrichen mit den Fixpunkten Stalden/Ackersand
und Mörel. In Baltschieder ist die SP unlängst hellhörig geworden. Zusammen
mit Dr. Bernhard Aufdereggen plädiert sie für eine Verschiebung der Starkstromleitungen.
"Einer der grössten Masten führt neben dem Schulhaus durch", gibt Ruth
Berchtold-Müller zu bedenken. "Die neuen Masten dürfen nicht mehr durchs
Dorf führen", fordert Dr. Bernhard Aufdereggen. Als Variante käme eine
Linienführung entlang dem Rotten oder gar auf der südlichen Talseite in
Frage. Baltschieder ist kein Einzelfall: Auch in Raron, Eggerberg, Gampel/Steg
oder Steinhaus führen die Leitungen direkt durch das Dorf.
"Weit
unter Vorschriften"
Ein Neubau des Trassees stellt Christian Brunner, stellvertretender Direktor
der WEG, nicht in Abrede. Obwohl gesetzlich kein Grund zu Verschiebung
vorliege. "Die gemessenen Werte liegen weit unter den Vorschriften", präzisiert
Brunner. Während die Höchstwerte bei 100 Mikrotesla und 5 kV/m liegen,
wurden in Baltschieder nur gerade 1 kV/m und weniger als 5 Mikrotesla
gemessen. "Wir können nicht einfach einen Masten verschieben sondern müssen
eine grossräumige Lösung ausarbeiten, d.h. auch Visp einbeziehen", erklärt
Brunner. Nicht zuletzt aus finanziellen Gründen: Die Verschiebung um einen
Kilometer kostet 1 Mio. Franken. Die Alternative — eine linksufrige Führung
- erwägt die WEG als sinnvoll. Bis es allenfalls dazu kommen wird, streichen
gut und gerne noch 10 bis 15 Jahre ins Land. In dieser langwierigen Angelegenheit
sehen die Betroffenen vorab nur eine Handlungsmöglichkeit. Sie fordern
strengere Höchstwerte für nichtionisierte Strahlen. "Auch im Hinblick
auf die Mobilfunknetze", fügt Aufdereggen an. So lasse sich wenigstens
mittelfristig etwas bewegen.
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