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Judoclub
Taiyoo wird mit leeren Versprechen abgespiesen
Es
stinkt zum Himmel
Naters
/ Judo will Geist und Körper in Einklang bringen. Nur wenn die Lunge
nach frischer Luft ringt und der Schweiss in Strömen fliesst, wirds etwas
hart mit dem Einklang.
Von
Waldemar Schön
Gespannte
Stille herrscht im Dojo, dem Trainingslokal des Judoclubs Taiyoo. An die
20 Kinder schauen gebannt auf ihren Judotrainer, der gerade eine Wurftechnik
demonstriert. Nur eines stört in dem Luftschutzkeller unter der Turnhalle
Klosi: Man kann kaum atmen und es riecht muffig und grau.
Elende
Bedingungen
"Tja, das ist unser grosses Problem", seufzt Clubpräsident Martin Bammatter.
"Unter derart schlechten Bedingungen kann man nicht richtig trainieren."
Die Belüftung ist derart schlecht, dass der Schimmel von den Wänden gekratzt
werden kann. Feuchtigkeit und stickige Luft sorgen dafür, dass Trainingsanzüge
und Matten ebenfalls Schimmel ansetzen und dementsprechend genüssliche
Gerüche verbreiten. "Obwohl uns schon verschiedentlich versprochen wurde,
eine bessere Trainingsmöglichkeit für den Klub zu schaffen, gingen wir
bisher leer aus. Und dieses Provisorium dauert nun schon seit zwölf Jahren",
so Vizepräsident Daniel Pfaffen. Wie bitte? "Als damals unser Lokal im
Natischer Stapfen dem Trainingsplatz weichen musste, gab uns die Gemeinde
dieses Lokal als Provisorium. Und das ist es noch heute." Nicht gerade
die feine Art, mit einem der grössten Natischer Vereine umzugehen.
Leere
Versprechen
An Versprechen, den Klub von seinem Übel zu erlösen, fehlte es freilich
nicht. Als Gemeindepräsidentin Edith Nanzer 1997 das Trainingslokal einmal
besuchte, habe sie es keine Viertelstunde darin ausgehalten, so Martin
Bammatter gegenüber der RZ. Auch sie habe gesagt, es müsse etwas geschehen.
Vergebliche Hoffnung! Und im letzten Jahr wurde den Judokas eine Lösung
auf den alten Umkleidekabinen des Stapfens in Aussicht gestellt (RZ Nr.
10/98). "Zu teuer", hiess es aber plötzlich von Seiten Gemeinderat. Selbst
in der Vereinszeitung lässt sich nachlesen, dass Diego Zenklusen, Gemeinderat
und Ehrenmitglied des Judoclubs, ein Lösung noch "vor dem Jahrtausendwechsel"
in Aussicht stellte. Pustekuchen, denn geschehen ist seither nichts.
Geduld
am Ende
"Obwohl wir über 100 Aktivmitglieder haben, haben wir Angst vor der Zukunft",
erklärt Daniel Pfaffen. "Uns fehlen die Mitglieder über 20, weil die Trainingsbedingungen
im Lokal ohne Lüftung und Duschen schlecht sind. Und Eltern wollen ihre
Kinder unter diesen Bedingungen auch nicht mehr ins Training schicken,
wofür ich volles Verständnis habe." Zudem sei es unmöglich, unter diesen
Umständen gute Judo-Meister für Lehrgänge zu engagieren. Da müsse man
jedesmal eine Halle mieten und Matten organisieren, was mit grossen Kosten
verbunden sei. Dabei gäbe es eine Lösung, die der Gemeinde kaum Kosten
aufbürden würde. Martin Bammatter: "Wir brauchen bloss einen Raum mit
sanitären Einrichtungen. Alles andere ist dann unsere Sache. Wir können
in Fronarbeit sehr viel machen. Eine Möglichkeit wären die Garagen unter
dem Übungslokal der Musikgesellschaft. Das würde uns schon genügen." Aber
die Geduld, sich weiter vertrösten zu lassen, ist geschwunden. Darum wende
man sich auch an die Öffentlichkeit, um das Problem anzugehen. "Wenn keine
Lösung gefunden werden kann, sind wir gezwungen, uns in anderen Gemeinden
umzusehen oder die Vereinstätigkeit aufzugeben", ist einem Brief des Clubs
zu entnehmen. Die Gemeinde Naters ist jetzt gefordert, auch zu halten,
was man schon lange versprochen hat.
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