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Ried-Mörel will einen Teil des BLN-Gebietes ausklammern

"Zukunft nicht verbauen"

Ried-Mörel / Während Naters immerhin 324'000 Franken pro Jahr als Abgeltung für entgangene Wasserzinsen erhält, wird Ried-Mörel Opfer des Killerartikels: Unter 30'000 Franken Abgeltung besteht kein Anspruch. Aber nicht nur das stösst beim Rieder Gemeindepräsident Hans Kummer auf wenig Gegenliebe.

Hans Kummer, verhindert die Gemeinde Ried-Mörel, dass der Aletschgletscher UNESCO-Welterbe wird?

Hans Kummer: Das sicher nicht. Denn die Gemeinde Ried-Mörel ist bereit, mit 700 Hektaren fast die Hälfte des Gemeindegebietes unter UNESCO-Schutz stellen zu lassen. Einzig 90 Hektaren möchten wir ausklammern, weil verschiedene Gründe dafür sprechen, diese nicht für 40 Jahre abzutreten. Wir wollen nicht künftigen Generationen alle Möglichkeiten verbauen, dieses Gebiet einmal sinnvoll zu nutzen.

Dabei handelt es sich um das bereits unter Schutz stehende Gebiet vom Riederhorn bis zur Gebidumstaumauer, weiter zum Stauseeende und wieder hoch zur Riederfurka. Ist einer dieser Gründe die Wasserkraftnutzung?

H. K.: Das nicht unbedingt. Denn sobald man sich bewusst wird, dass es mit dem Atomstrom so nicht mehr weitergehen kann, wird man auf Bundesebene neue Lösungen suchen müssen, um die Wasserkraft im Wallis möglichst gut nutzen zu können.

Also läuft alles darauf hinaus, sich die Möglichkeit auf eine Bahnverbindung von der Riederalp auf die Belalp offen zu halten?

H. K.: Das ist eine Option, obwohl noch nie ein Projekt eingereicht wurde. Aber es ist klar, dass wir den Gedanken im Hinterkopf haben, dass eines Tages diese Verbindung für die Stationen Riederalp und Belalp überlebenswichtig sein könnte. Dabei ist offen, ob es sich um eine oberirdische oder unterirdische Variante handelt. Sicher ist nur, dass heute niemand sagen kann, wie die Lage in 20 Jahren beurteilt wird. Und wir möchten der nächsten Generation diese Möglichkeit nicht verbauen. Übrigens handelt es sich bei diesem Gebiet just um jene Zone, die 1944 einem Waldbrand zum Opfer fiel. Und damals halfen uns zwar die umliegenden Gemeinden, nicht aber Bund oder Kanton, den Schaden zu beheben. Da glaube ich, dass uns ein Mitspracherecht als Gemeinde über die künftige Nutzung dieses Gebietes zusteht.

Es gibt auch böse Zungen, die sagen, dass es Ried-Mörel nur um das Geld geht, so um die 27'000 Franken Wasserzinsabgeltung pro Jahr, die der Gemeinde vom Bundesamt nicht bezahlt werden, weil der Betrag zu gering sei?

H. K.: Die Gemeinde könnte dieses Geld sicherlich gut gebrauchen. Vor allem das Forstwesen belastet Munizipal- und Burgergemeinde stark. Aber das liesse sich auch anders lösen. Es liegt der Vorschlag auf dem Tisch, einen Aletschfonds zu äufnen. In diesen würde die Gemeinde Naters zehn Jahre lang einen Teil ihrer Abgeltung einzahlen und auch die Stiftung für Landschaftsschutz würde sich daran beteiligen. Aber darüber muss zuerst noch beraten werden.

Das BUWAL stellt sich aber auf den Standpunkt: Entweder wird das gesamte bestehende BLN-Gebiet ins UNESCO-Welterbe aufgenommen oder man vergisst das Ganze?

H. K.: Das ist schnell gesagt. Aber ich glaube kaum, dass man wegen 90 Hektaren auf Rieder und rund 45 Hektaren auf Natischer Seite das Ganze abblasen würde. Wenn man Fieschertal, Wengen und Lauterbrunnen gebietsmässig entgegenkam, so können wir das wohl auch erwarten. Da muss man nicht uns den Schwarzen Peter zuschieben, weil wir uns die künftige Entwicklung nicht verbauen lassen. WS

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