Zurück zum Überblick

Tourismuskreise Naters-Blatten-Belalp fühlen sich schlecht informiert

Tourismus will neu verhandeln

Blatten / Im Junkerhof in Naters ist man für den Schutzvertrag über 40 Jahre. Verkehrsverein, Bahnen und Hoteliers sehen das anders. Sie wollen Information und neu verhandeln.

"Die Möglichkeit, ins UNESCO-Welterbe aufgenommen zu werden, ist doch höher einzustufen, als eine mögliche Bahnverbindung zwischen Riederalp und Belalp", liess Gemeindepräsidentin Edith Nanzer an einer Pressekonferenz verlauten. "Wir sind einfach schlecht informiert und müssen auch alles aus der Zeitung erfahren", hält Kurdirektor Richard Hug entgegen. "Denn seit zwei Monaten probieren wir, mehr von der Gemeinde zu erfahren - erfolglos", so Hug. Im Hintergrund wird sogar darüber geredet, dass man den Entscheid an der Urversammlung über die Abgeltung der Wasserzinsen verschieben sollte.

"Wenn auf Berner Seite Gebiete ausgegrenzt werden konnten, muss das bei uns auch möglich sein", erklärt Hug. Mehr Informationen wollen auch die Belalpbahnen. Direktor Hans-Peter Zeiter: "Wir wollen Druck aufsetzen, damit die Option einer möglichen Bahnverbindung erhalten bleibt. Denn wer weiss denn heute schon, ob nicht Blatten und Riederalp einmal unter ein Bahndach gehören. Die wirtschaftliche Entwicklung ist nicht abschätzbar. Dann wäre eine solche Verbindung absolut notwendig."

Mit anderen Worten fordert man auch auf Seiten der Belalpbahnen eine nordöstliche Verschiebung der BLN- und damit auch UNESCO-Grenze oder zumindest die Zusicherung, dass dieses Gebiet per Bahn überquert werden könnte. Weiter fragt sich Bahndirektor Zeiter, inwiefern das Wanderwegnetz noch ausgebaut werden könnte. Insbesondere eine Brückenverbindung nahe der Gletscherzunge möchte man sich auf Blattner und Riederseite offenhalten. "Ich frage mich natürlich, wie viele Leute das BUWAL überhaupt in dem Gebiet haben will", so Zeiter.

Das Mehr an Information will man mit einer Podiumsdiskussion erreichen, die in Naters am 28. November alle Seiten (Gemeinde, Burgergemeinde, BUWAL, Pro Natura, Bahnen) an einen Tisch holen soll, um das Thema öffentlich zu diskutieren. "Man müsste auch neue Verhandlungen führen, um über die Gebietsgrenze und eine spätere touristische Nutzung zu sprechen", schaut Hans-Peter Zeiter voraus. "Denn wenn wir den Destinationsgedanken ernst nehmen, müssen wir die Option einer Verbindung offenhalten." WS

[ top ]