Zurück zum Überblick

Oberwalliser Skigebiete im RZ-Vergleich

Hoher Preis ist manchmal günstig

Oberwallis / Der Skiwinter steht vor der Tür. Und wie jedes Jahr stellt sich die Frage: Wo gehen Herr und Frau Oberwalliser Skifahren? Der Blick durch die Geldbrille auf die Skigebiete in der RZ-Verteilregion zeigt: Was auf den ersten Blick teuer ist, wird bei genauerer Betrachtung günstiger.

Von Waldemar Schön

Wenn man sich schon mit Ski und Snowboard in den Schnee stürzt, ist ein Vergleich der verschiedenen Skigebiete angebracht - von wegen Kosten und so...

Neue Anlagen
Eines zum Voraus: Wohl kaum eine andere Region der Schweiz hat in den letzten Jahren derart in die Erneuerung und Modernisierung der Wintersportanlagen investiert, das Oberwallis. Viele Skilifte wurden durch Vierer- oder gar Sechser-Sessellifte ersetzt und auch neue Gondel- und Pendelbahnen machen den Warteschlangen den Garaus. Schneekanonen in rauhen Mengen sorgen dafür, dass der Wintersportler nicht auf Gras umsteigen muss. Und trotz dieser Investitonen blieben die Preissteigerungen der Bahntarife im Vergleich bescheiden. Und die Tarife liegen immer noch unter denjenigen des Berner Oberlandes oder Graubündens. Bravo!

Suchen, suchen...
Doch zuviel Lob macht faul! Ein Problem: Haben Sie schon einmal versucht, die Bahnanlagen im Telefonbuch nachzuschlagen? Unter Bahnen findet man gar nichts. Unter Sportbahnen, Luftseilbahnen, Verkehrsbetrieben, Skilift, Bergbahn, u.a.m. wird man vielleicht fündig. Da müsste doch eine Korrektur möglich sein! Und das viel gepriesene Internet haben noch nicht alle Bahnen für sich erschlossen. Und wenn, ist das oft wenig ausführlich und lässt Fragen offen (Ausnahmen: Saas Fee und Leukerbad).

Mogelpackung
Und nun der Blick auf die Preise. Was auf den ersten Blick oft günstig erscheint, entpuppt sich beim zweiten Hinsehen oft als Mogelpackung. Denn entscheidend ist nicht allein der Preis einer Tageskarte, sondern das, was man für den Preis erhält: Art der Anlagen, Qualität und Anzahl der Pisten und die Pistenkilometer. Ein guter Gradmesser ist dabei der Preis, den man mit einer Tageskarte pro Pistenkilometer bezahlt. Und da gibt es enorme Unterschiede im Oberwallis. Einsamer Spitzenreiter ist - die scheinbar teuerste Station Zermatt. Pro Kilometer Piste und Tag bezahlt man dort nur gerade 41 Rappen. Saas Fee kommt auf einen Kilometerpreis von 58 Rappen. Dass diese zwei Gebiete auch die beste Infrastruktur aufweisen, ist ein weiterer Pluspunkt.

Trotzdem: 62 und 58 Franken sind stolze Preise für Tageskarten. Mit 72 Rappen pro Pistenkilometer schleicht sich die Belalp unter die Top-Drei, knapp gefolgt von Leukerbad mit 82 Rappen. Hart ist es vor allem für die kleineren Skigebiete. Die Fixkosten sorgen dafür, dass die Tarife eine bestimmte Schwelle gar nicht unterschreiten können. Der Vorteil: Kleinere Skigebiete haben in der Regel geringere oder gar keine Wartezeiten und man kann die kürzeren Pisten länger und ausgiebiger geniessen. Anzumerken ist, dass auch Aletsch oder das Saastal Verbundabos anbieten, die den Kilometerpreis erheblich senken. Und fast alle Stationen bieten auch im kommenden Jahr spezielle Tarife für Einheimische an. Wie lange sich die allerdings noch rechtfertigen lassen, sei dahingestellt. Wohin also zum Winterspass? Das ist schlussendlich auch ein Traditions- und Distanzentscheid. Aber eine Devise gilt: Immer zuerst gründlich informieren und dann kaufen. Denn vielerorts gibt es je nach Saison Spezialangebote und Rabatte. Vergleichen lohnt sich allemal.

[ top ]