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Snowboarder Dani Lötscher geht in seine zweite Profisaison

"Grenzen jeden Tag neu stecken"

Naters / Das Snowboard ist sein Rolle, die Pisten der Welt seine Bühne. Daniel Lötscher steht vor der zweiten Saison als ISF-Snowboardprofi. Und sein Ziel ist klar: "Ich will die Top 16 der Weltrangliste erreichen!"

Von Waldemar Schön

Etwas hager ist er, die langen Haaren fallen in sein Gesicht. Ruhig sitzt er da, zurückhaltend, fast scheu, kein ‘wilder Hund’, wie die Medien die Snowboarder gerne darstellen.

"Duell ist mein Ding"
Dabei sehen die Medien und Manager die Snowboarder doch am liebsten als Partylöwen und Dauerkiffer. "Sicherlich ist der Spass ein wichtiger Teil des Snowboardens. Nach einem harten Trainingstag ist ein wenig Party gut zum Abschalten", meint Dani Lötscher (24) lachend. "Aber wir trainieren auch hart. Denn nur mit Party kommt man nicht in die Weltspitze." Und genau dahin will Dani Lötscher, der seine Stärke in erster Linie im Duell, im Parallelslalom sieht. "Im Duell geht es Mann gegen Mann. Dieser Zweikampf reizt mich und ist auch für die Zuschauer sehr attraktiv", schwärmt Dani. Also keiner von den floddrigen Jungs, die mit überweiten Hosen irgendwelche Luftsprünge vollbringen? "Ich bin Alpinfahrer, liebe das Tempo", bringt es Dani auf den Punkt. Er mag es aber auch, sich im Boardercross mit den Freestylern zu messen. "Dort tritt man gemeinsam an und fährt nicht gegen eine leblose Uhr sondern im direkten Vergleich gegen drei oder vier andere Fahrer auf der selben Piste. Das macht vielleicht Spass!" Als dritte Disziplin fährt er Riesenslalom.

Ziel: Weltspitze
Und wie lebt es sich so als Profi? "Vor allem die Weltspitze kann sehr gut vom Sport leben", erklärt Dani. "Und dank meiner persönlichen regionalen Sponsoren (Raiffeisen, Allianz, Luftseilbahn Blatten Belalp), ist es auch mir möglich, vom Sport zu leben." Nur: Während im Skiweltcup die Sponsoren über den Verband besorgt werden, müssen dies die Snowboarder selber erledigen - kein unbedeutender Zeitaufwand. Für Dani Lötscher ist daher klar: Das Ziel kann für 2000 nur Weltspitze heissen.

Fortschritte
Mit der ersten Profisaison war Dani Lötscher zufrieden. Einige Rangierungen unter den Top 16 brachten im einen Platz im Swiss Snowboard Team, wo er Mannschaftskollege von Ueli Kestenholz ist. "Ich habe im vergangenen Sommer grosse Fortschritte gemacht und konnte von Trainer Jürg Matti und dem Vergleich mit den weltbesten Boardern viel lernen", so der Natischer Snowboardprofi gegenüber der RZ. "Ich will in die Top 16 der weltbesten Snowboarder." Und wenn das nicht gelingt? So ganz ohne beruflichen Rückhalt ist er nicht. Als PC-Supporter ist Dani bei den SBB angestellt und wird jeweils für den Winter freigestellt. "Das ist für mich eine ideale Kombination und ein bisschen Sicherheit im Leben eines Snowboardprofis."

Wilder Hund
Sicherheit? Snowboarder gelten doch als die Rowdys des Wintersports. Kein schlechtes Gewissen? "Nein, denn jeder muss für sich selber entscheiden, was er wagt und was nicht. Wenn ein Pulverschneehang auf dein Brett wartet, dann fährt man einfach los." Und wo sind die Grenzen? "Die lassen sich nicht so definieren. Die Grenzen werden jeden Tag neu gesteckt!" Also doch ein wenig ‘wilder Hund’...

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