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Der Briger Filmregisseur Romed Wyder hat Erfolg

"Nicht Hollywood nachäffen!"

Brig / Die Liebe zum Film entwickelte sich im Oberwallis. Das Handwerk erlernte er in Genf. Und bereits sein erster Spielfilm ist ein Erfolg.

Von Waldemar Schön

Kein Kaffee, kein TV, kein Geschlecht (org. pas de café, pas de télé, pas de sexe): So heisst der erste Spielfilm des Oberwalliser Regisseurs Romed Wyder (32) aus Brig. Und was vielen anderen Schweizer Filmemachern verwehrt bleibt, scheint bei ihm auf Anhieb zu klappen. Sein Film, in dem es um eine unmögliche Liebe zwischen drei Personen geht, hatte nicht nur am Filmfestival von Locarno Erfolg. Auch der Start in den Westschweizer Kinos lief gut an. Und jetzt wurden sein Film und die Hauptdarstellerin für den Schweizer Filmpreis nominiert.

"Es ist im Grunde ein lustiger Film", erklärt Romed Wyder gegenüber der RZ. "Aber ein lustiger Film mit Tiefgang." Es habe ihn schon etwas überrascht, wie gut sein erster Spielfilm am Festival in Locarno aufgenommen worden sei. "Ich sass bei den drei Vorführungen selber im Kino. Etwas, das ich im Gegensatz zu etlichen Kollegen sehr gerne mache. Die erste Aufführung war lau, die zweite fand ein gutes Publikum und die dritte war von der Reaktion der Leute genau so, wie ich mir das vorgestellt habe", so Wyder. Jetzt läuft der Film in den Kinos, zuerst in der Westschweiz und später mit Untertiteln auch in der Deutschschweiz. "Und ab September 2000 wird er auch im Fernsehen zu sehen sein", erklärt Wyder.

Ein stattlicher Erfolg für einen Film, der nach Hollywoodmassstäben magere 550’000 Franken gekostet hat und an dem Wyder vier Jahre lang gearbeitet hat. "Wir müssen hier nicht Hollywood und die USA nachäffen. In Ländern wie Belgien und Dänemark werden auch sehr gute und erfolgreiche Filme gemacht. Das können wir in der Schweiz auch", so Wyder bestimmt. Er, der vom Drehbuch über die Auswahl der Schauspieler bis zur Regie alles selbst in den Händen hält, kann sich nicht vorstellen, dass in Europa die selben Filme produziert würden wie in den USA. "Wäre das der Fall, so gäbe es bald nur noch Hollywood und McDonalds!"

Seit zehn Jahren lebt und arbeitet er in Genf. Sein Physikstudium in Zürich hängte er an den Nagel und studierte in der Folge an der Kunstakademie in Genf Film. "Es war immer schon mein Traum, Filme zu drehen. Schon mit 14 Jahren machte ich mit Kollegen Super-Acht-Filme und später machte ich an der ETH im Filmclub mit." Jetzt arbeitet er an einem neuen Drehbuch. Und wie steht es mit dem Film-Entwicklungsland Oberwallis in Sachen Spielfilm? "Ich lebe zwar in Genf und das ist meine neue Heimat. Aber ich muss zugeben, dass ich im Oberwallis mehr lache als in Genf, obwohl ich sehr selten hier bin." Immerhin habe er 20 Jahre hier gelebt.

Aber einen Film über das Oberwallis zu drehen, sehe er im Moment nicht, so Wyder. Ein paar seiner Ideen würden schon in einen Oberwalliser Spielfilm passen, meint er. "Es geht nicht darum, dem Oberwallis zu zeigen, dass ich Filme mache. Ich muss im Oberwallis nichts beweisen. Aber den anderen zeigen, wie es im Oberwallis ist, wäre schon interessant." Sagts und grübelt nach - vielleicht ist eine Idee geboren, von der wir in Zukunft hören werden.

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