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Millenniumgeburten im Oberwallis

Viel Babygeschrei um nichts!

Brig-Glis / Das Fiebern hat begonnen, die Zeugung der Millenniumsgeneration ist schon lange beendet. Am 31. Dezember 1999 pünktlich um Mitternacht sollen die Millenniumskinder das Licht der Welt erblicken. Aber nicht bei uns. Im Oberwallis gilt: Viel Babygeschrei um nichts!

Von Dagmar Zumstein

Ihr Kinderlein kommet - aber bitte pünktlich. Das Kribbeln hat schon längst eingesetzt: Millennium-Babys sollen die Silvesternacht erobern. Tausende von Frauen auf der ganzen Welt haben sich auf diesen Moment vorbereitet. Hebamme und Ehemann gehören genauso dazu wie der Arzt und Notar. Pünktlich um 24.00 Uhr soll ihr Nachwuchs das nächtliche Licht der Welt erblicken — und keine Sekunde später. Nur bei uns nicht. Im Oberwallis gibt’s keine Spur von Babyboom in der Millenniumsnacht.

"Schwachsinn"
" Babyboom? Das ist doch nur ein aufgebauschter Journalistenquatsch und absoluter Schwachsinn. Ich zumindest kenne keine Frau, die ihr Kind gezielt in jener Nacht gebären möchte", erwidert die Visper Frauenärztin Franziska Zen Ruffinen. Auch dem Frauenarzt Beat Feller aus Brig sind keine Planungen bekannt. Er ist sogar der Meinung, dass es den meisten Frauen sehr recht wäre, eben gerade nicht in dieser Zeit zu gebären. Eigene Patientinnen mit Silvestertermin hat er keine in seiner Praxis. Dieser Meinung schließt sich auch die Frauenärztin Marcelle Hischier an. Obwohl es doch einige Frauen in ihrer Praxis gibt, welche den Termin um den Jahreswechsel haben, bevorzugen die meisten ihr Kind erst im nächsten Jahr auf die Welt zu bringen. Auch die Geburtenzahl wird sich im Vergleich zu anderen Jahren kaum verändern.

Spitäler sind bereit
Nicht nur in den Oberwalliser Arztpraxen ist der Babyboom zum Jahrtausendwechsel kein Thema. Im Kreisspital Brig spricht Hebamme Jolanda vom Zufallsprinzip: "Hier sind die Leute noch vernünftig, Gott sei Dank. Die Babys, die bei uns zu Silvester geboren werden, sind Zufälle und bestimmt nicht absichtlich für dieses Datum geplant." Spezielle Vorkehrungen? "Bei uns wird in dieser Nacht ein technisches Team im Einsatz sein und falls es zu Engpässen oder anderen Problemen kommen sollte, steht noch eine zusätzliche Hilfskraft bereit."

Natur walten lassen
Von Zufällen spricht man auch im Spital St. Maria in Visp. Hebamme Brigitte Bernasconi wird zwar alle Hände voll zu tun haben, doch von Babyboom spricht auch hier niemand. "Wir haben viele Frauen, die an Silvester ihren Termin haben aber bestimmt nicht absichtlich. Man soll doch die Natur walten lassen. Das Kind wird schon wissen, wann es Zeit ist. Warum soll man das kleine Geschöpf schon im Mutterleib provozieren?" Bei Notfällen können in dieser Nacht auch hier zusätzliche Personen hinzugezogen werden. Im Oberwallis scheint sich die Ärzteschaft einig zu sein: Den Babyboom gibt es nicht und niemand von ihnen wird in dieser Nacht aus terminlichen Gründen versuchen, ein Kind früher oder später auf die Welt zu bringen. Das wird die Natur schon selber regeln.

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