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Cardinal-Depot
soll zum Kulturzentrum werden
Kunst
in der Bierhalle

Brig
/ Das alte Depot der Cardinal gegenüber dem alten Spital in Brig wird
zum Kulturzentrum. Den Anfang machen Remo Theler und Ambros Roten, die
nächstem Freitag in der früheren Bierhalle ihre Bilder ausstellen.
Von
German Escher
"Diese
Wand ist bereits fertig gestrichen, auf dieser Seite da brauchts noch
einen zweiten Anstrich." Im früheren Cardinal-Depot wird der Kunstmaler
Ambros Roten zum Flächenmaler. Die Halle ist gross und lichtdurchflutet.
"Ideal für Ausstellungen", meint Remo Theler. Er hat vor rund einem halbem
Jahr das alte Cardinal-Depot gemeinsam mit Christoph Wyer gekauft. Für
einen günstigen Preis, wie Theler gleich anfügt. Aber bis zur ersten Ausstellung
seien eben noch einige Instandstellungsarbeiten nötig.
Über
der Strasse und dem alten Bahnhof
Das
Depot verfügt gleich über zwei Geleiseanschlüsse. Der einen Schienenstrang
führt quer durch eine der Hallen. Dieser soll ebenso erhalten bleiben
wie die früheren Cardinal-Reklamen oder die Kabine mit der Anschrift "Vorarbeiter".
Der neue Eigentümer ist vom früheren Depot und dessen Standort begeistert.
Auf dem Rundgang gehts hinunter zu den Fundamentsäulen, wo noch die Mauerreste
des ersten Briger Bahnhofs sichtbar sind. "Und hinter dieser Quermauer
befindet sich die Umfahrungsstrasse," erklärt Theler voller Begeisterung.
Das Nebeneinander von Alt und Neu und darüber das riesige Depot, das bald
zum Kulturzentrum werden soll. Die Konstellation ist fasziniert und inspirierend.
Vom
Konzertsaal...
Im alten Cardinal-Büro ist Architekt Remo Theler bereits am Planen und
Erläutern: Das Depot besteht aus zwei grossen Hallen mit insgesamt 1500
Quadratmetern. Die eine Halle ist lichtdurchflutet und für Ausstellungen
geeignet. Die zweite Halle ist dunkel und kühler. Hier wurde das Bier
gelagert. "Einen Teil des Bodens werden wir entfernen," erklärt Theler
weiter. So entsteht ein grosser Raum für Konzerte: Im Kellerge-schoss
neben den alten Bahnhofgemäuern käme der Bühnentrakt, von wo aus schräg
nach oben die Zuschauerränge angeordnet wären.
...
bis zu Ateliers
Auch das Dach der dunklen Halle wird durch eine flache Konstruktion ersetzt,
um weiter in die Höhe bauen zu können. So entsteht Raum für weitere Aktivitäten
und Ateliers. Interessenten seien vorhanden, so Theler weiter. Aber die
Idee müsse allmählich wachsen. Der bescheidene Kaufpreis lässt den Initianten
offenbar genügend Zeit, das Projekt eines Kulturzentrums auf privater
Basis mit der dafür nötigen Geduld reifen zu lassen. So soll der Ausbau
etappenweise, aber nach einem klaren Gestaltungskonzept erfolgen.
Zum
Auftakt eine Ausstellung
Die herumstehenden Gemälde verdeutlichen, dass hier nicht nur Wände gestrichen
werden, sondern bald auch mal Gemälde zu bestaunen sind. Den Auftakt machen
Ambros Roten und Remo Theler. Zwei unterschiedliche Künstler: farbig,
kräftig und expressiv der eine; ruhiger, mit tonerdigen Farben und Linien
als wichtigstes Instrument der andere. Einzige Gemeinsamkeit: Beide malen
auf altem handgewobenem Leinenstoff. Depot als Treffpunkt Rund 50 Bilder
unterschiedlicher Formate sind vom 19. Mai bis 4. Juni im alten Cardinal-Depot
zu sehen. Auf eine eigentliche Vernissage wollen die beiden Künstler bewusst
verzichten. "Jedermann ist willkommen. Wir sind ab 17.00 bis 22.00 Uhr
da." Schliesslich, so Theler weiter, soll das frühere Depot zu einem Treffpunkt
für Kulturinteressierte werden. Und wer weiss, vielleicht wird auch ein
Bier serviert. Es muss ja nicht ein Cardinal sein.
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