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Walliser
erreichten bei der Steelband-WM den sechsten Schlussrang
Karibische Klänge im Bäderdorf
Leukerbad
/ Sie spielen auf Steeldrums und versprühen mit ihrer Musik pure Lebensfreude.
Und das nicht etwa auf einer Karibikinsel, sondern hier bei uns im Oberwallis:
Nicole Loretan, Anita und Raymond Petri aus Leukerbad leben eine im Wallis
eher unbekannte Musikkultur.
Von
Tamara Locher
"Steelband:
Was ist das?", fragen die meisten Leute, wenn Nicole, Anita und Raymond
von ihrer Leidenschaft erzählen. "Steeldrums, auch Pans genannt, sind
Musikinstrumente, die in den Slums von Trinidad entstanden sind. Da die
Leute dort kein Geld hatten, machten sie auf alten Ölfässern Musik. Daraus
entwickelte sich das Instrument, das heute speziell angefertigt und verchromt
wird", erklärt Anita Petri. Gespielt wird darauf vorwiegend Calypso und
Soca, eine lebensfrohe Musik aus der Heimat der Steelbands. Aber auch
urchige Ländlermusik oder Klassik ist auf den Pans möglich. "Sehr zum
Erstaunen der Zuhörer", fügt die 38-jährige Nicole Loretan lachend hinzu.
Steelbandkultur
fördern
1993
entschieden initiative Frauen aus Leukerbad, anstatt einer Guggenmusik,
die Steelband "Papayas" zu gründen. Doch Steelbands haben es in der Schweiz
sehr schwer, Anerkennung oder Gleichgesinnte zu finden. Aus diesem Grund
wurde in Adlikon anfangs 2000 der Verein "Panch" zur Förderung der Steelbandkultur
in der Schweiz ins Leben gerufen. Ziel des ersten Projekts: SchweizerInnen
zu einer Steelband zusammenzuführen, um im Mai 2000 in Paris an der WM
- Ausscheidung für das erste Weltsteelband-Festival in Trinidad teilzunehmen.
Mit
von der Partie waren auch Nicole, Anita, Raymond und Edwards Junior aus
Trinidad und Tobago, seit vier Jahren Lehrer und Arrangeur der Badner
Steelband "Papayas". Nur die Besten schafften es unter den kritischen
Augen eines Musikkomitees in die 50-köpfige Schweizer Band. Die völlig
unbekannte Schweizer Gruppe belegte in Paris zur Überraschung aller im
Gesamtklassement den vierten Rang. Das Ticket zur Weltmeisterschaft in
Trinidad war in der Tasche.
WM
in Trinidad
Bei der WM im Oktober standen insgesamt 17 Bands am Start und stellten
sich der dreiköpfigen Jury. Und wieder gelang ihnen das schier Unmögliche.
Nach dem Vorfinal standen "Panch" an erster Stelle und erreichten im Final
den grossartigen sechsten Schlussrang. Die grosse Herausforderung, und
schlussendlich der fantastische Erfolg an der WM bestand für den 41-jährigen
Raymond in der Zusammensetzung der Band: "Wir waren die einzige Gruppe,
die ihre Leute aus allen möglichen Steelbands zusammengewürfelt haben.
Die anderen Bands spielen zum Teil schon seit Jahren mit der gleichen
Formation."Ein
grosser Aufwand waren auch die Reisen zu den Proben nach Bern oder Winterthur.
Ohne Mithilfe und Verständnis von Familie und Umfeld wäre die Teilnahme
an dieser Herausforderung nicht möglich gewesen.
Fuss fassen
"Das intensive Üben während zehn Monaten und die Reiserei haben schon
ihre Spuren hinterlassen", meint Anita und fügt lächelnd hinzu: "Aber
die kuren wir jetzt in unserem schönen Bäderdorf aus." Deshalb wünschen
sich die drei, dass die Steelkulturszene auch im Oberwallis Fuss fasst,
damit mehr Menschen die faszinierenden Möglichkeiten der Steeldrums erleben
können. Mehr Infos unter www.panch.ch.
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