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Wer
beim FC
St. Niklaus spielt, macht dies für den Stolz und nicht fürs
Geld
"Für
die Ehre des Dorfes"
St. Niklaus / Es gibt sie doch noch, die heile Fussballwelt. Eine Fussballwelt,
wo Fernseheinnahmen, Börsengang und Spielergehälter Fremdworte sind. Eine
Fussballwelt, wo man das Leder noch aus Freude am Spiel kickt. Wo ein
ganzes Dorf mitfiebert, wenn Freund oder Nachbar auf dem heimischen Sportplatz
für die Ehre des Dorfes kämpft.
Von
Adrian Arnold
Seit
letztem Sommer spielen sie in der 2. Liga. Und es schien, als würde der
Höhenflug der "Zaniglaser" unaufhaltsam sein. Nach dem sensationellen
Aufstieg 1999 aus der 3.Liga gewannen sie gleich die ersten Partien gegen
potentielle Aufstiegskandidaten in der 2. Liga. "Eigentlich war es nie
das grosse Ziel des Vereins, in die 2.Liga aufzusteigen", erläutert der
Spielertrainer Paul Brantschen. "Wir wollten eine gute 3.Liga-Mannschaft
stellen mit einer soliden Basis an jungen, einheimischen Spielern." Aber
auch hier kam der Hunger beim Essen.
Zurück
zur Normalität
Inzwischen ist in St. Niklaus der harte 2.Liga Alltag eingekehrt. Mit
9 Punkten liegt man nur 3 Punkte vor einem Abstiegsplatz. "Die Mannschaft
profitierte vom Aufstiegselan. Dass wir eine solche Serie nicht fortsetzen
können, war mir immer bewusst. Wir hatten kaum eine Sommerpause, spielten
mit den gleichen Leuten wie im Vorjahr und waren plötzlich ganz einfach
ausgelaugt", gibt sich Brantschen realistisch.
Gesunde
Kasse
Mit einem Aufstieg steigen bei einem Fussballverein zugleich auch die
Ausgaben. Nicht so in St. Niklaus. "Der Unterschied in beiden Ligen besteht
darin, dass die 2.Ligisten ihre Spieler entlöhnen. Solche Ausgaben stellen
dann die Klubkasse plötzlich massiv auf den Kopf. Diese Entwicklung wollten
wir bei uns vermeiden", so Brantschen. Es kamen keine Auswärtigen hinzu,
die Mannschaft ist praktisch identisch mit der vorjährigen.
Präsidententraum
1200 Meter über Meer liegt St. Niklaus. Und während im Rhonetal längst
der Frühling eingekehrt ist, sind auf dem Fussballplatz in St. Niklaus
noch immer die Spuren des Winters erkennbar. "Wir konnten im Dorf dieses
Jahr noch nie Fussball spielen. So trainieren wir auf den Plätzen des
FC Steg. Die Spieler reisen mit ihren Privatautos an. Spesenrechnungen
wurden noch nie gestellt", zeigt sich der ehemalige NLA-Kicker erfreut.
Ein Idealismus, der seinesgleichen im Fussballbusiness sucht.
Unterstützung
Und die Leute scheinen diese Einstellung zu honorieren. Der Fussballclub
ist ein fester Bestandteil des Dorfes, das heute 2500 Einwohner zählt.
Die Leute freuen sich über Siege und schauen über Niederlagen hinweg.
Auch wenn nach dem furiosen Start bei einigen wenigen die Lust auf noch
mehr geweckt wurde. Und sollten die "Zaniglaser" den Ligaerhalt schaffen,
würde das Märchen um ein saisonales Happyend reicher. Wenn nicht, ist
es eben auch hier das Geld, welches das Zünglein an der Waage spielt.
Leider.
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