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Der 16-jährige Schüler Didier Burgener betreut die offizielle Fanseite von Borussia Dortmund

Visper Webmaster für die Borussia

Visp / Wer kennt sie nicht, die Borussen aus Dortmund, kurz BVB genannt. Allen sind sie uns noch in Erinnerung, die Erfolge in der Champions-League, als ein gewisser Schweizer namens Stephane Chapuisat für Furore sorgte. Jetzt sorgt ein Schweizer in anderem Zusammenhang für Schlagzeilen, der Visper Fussballfan Didier Burgener.

Von Klaus Regniet

Eigentlich klingt die Geschichte vom jungen Webmaster wie ein Märchen. Da sitzt ein Schüler vor dem Computer, chattet auf allen möglichen Webseiten umher und surft sich so intensiv durch die unmöglichsten Adressen, dass er darob beinahe die Hausaufgaben vergisst. Doch dessen nicht genug. Er wird kreativ, designed eine eigene Homepage für die Borussenfans, wird dabei von einem internationalen Netzwerkanbieter entdeckt und sogleich unter Vertrag genommen. So ähnlich dürfte wohl der Werdegang des Mister Microsoft Bill Gates gewesen sein, aber wir sind hier nicht in Amerika, wo der Tellerwäscher zum Direktor aufsteigt. Nein, wir sind im ruhigen, beschaulichen Oberwallis, wo Wunder normalerweise etwas länger dauern.

180 Besucher pro Tag
Vor gut zwei Jahren begann Didier Burgener die Homepage aufzubauen. Fan des BVB war er aber schon länger, dazu beigetragen hat neben den sportlichen Erfolgen im Europacup natürlich auch der Schweizer Stürmer mit der Rückennummer 9. Im Nu sammelte der eifrige PC-Freak ganze Berge an Informationen über den Dortmunder Fussballklub. Fein säuberlich recherchiert und mit gestalterischem Talent baut er ein Steinchen neben das andere, bis sich seine Webseite als ein riesiges Ganzes präsentierte. "Bis zu 180 Besucher pro Tag loggten sich bei mir ein", verkündet heute Didier mit Stolz.

"Ich traute meinen Augen nicht"
Solches bleibt nicht unerkannt. So meldete sich eines Tages einer der weltgrössten Sport-Netzwerkanbieter "RIVALS" beim Jungwebber und unterbreitete dem Sportfan eine lukrative Offerte. "Mit zittrigen Fingern hielt ich den Ausdruck des Angebots ungläubig meiner Mutter unter die Nase. Ich traute meine Augen nicht", erzählt er noch heute mit erregter Stimme.

www.bvbfans.de
Seit zwei Wochen läuft die aufgeschaltete Webseite über den PC-Channel. Entweder über www.bvbfans.de oder bvb.rivals.net kann sich jedermann die Informationen übers Internet reinziehen. Und hier staunt der Laie, wie durchorganisiert sich alles präsentiert. Da sind brandaktuelle News, so heiss, dass die Printmedien nicht mithalten können. Zum Beispiel der Transfer von Raphael Wicky von Werder Bremen in die Spanische Liga zu Atletico Madrid wurde auf dieser Website schon aufgetischt, bevor unsere lokale Tagespresse davon nur die geringste Ahnung hatte. Woher kriegt der Junge bloss all diese Neuigkeiten? Alle Quellen verrät er natürlich nicht: "Vieles suche ich mir aus dem Internet zusammen und vor Ort stehe ich mit Dortmunder Fans fast täglich im Mail-Kontakt. Da kommt schon was zusammen!"

Begeisterung wichtiger als Geld
Leider ist Dortmund nicht gleich um die Ecke, so verfolgt er die Leistungen seiner Lieblinge hauptsächlich über die deutschen Fernsehkanäle. Selbstverständlich kennt er aber das Westfalenstadion auch von innen und in Frankfurt war er auch schon mal bei einem Auswärtsspiel. "Ganz gehörig beeindruckend diese Stimmung in den deutschen Stadien", schwärmt er. Die Rückrunde in der Bundesliga meint es gut mit unserem Fussballfreund. Da reist Dortmund oft in den Süden Deutschlands, die Chancen, ein Spiel wieder live mitzuverfolgen, steigen damit. Am nötigen Taschengeld sollte es ja nicht fehlen. Ja, deswegen haben ihn auch schon seine Mitschüler geneckt. "Gib mal einen aus", heisst es da nicht selten aus der Pausenecke. Diese Bemerkungen gehen unserem Internet-Künstler manchmal ganz schön auf den Keks, schliesslich macht er die Sache aus innerer Begeisterung und nicht um Kohle zu scheffeln.

"Bitte unentschieden"
Am elterlichen Verständnis für sein Hobby fehlt es nicht. Gelegentlich ist ein Feedback zu brenzligen Themen gefragt. Nur eine nicht unbedeutende Kleinigkeit lässt den Frieden im Hause Burgener erzittern. Didiers jüngerer Bruder, Amadé, ist Bayern-Fan. Und Dortmund gegen München, das verträgt sich nun mal einfach nicht. An diesen Tagen schickt Mama Burgener heimlich ein Stossgebet zum Himmel: "Bitte unentschieden!"

Bei diesem Leistungsausweis überrascht es nicht, dass der Internet-Freak den Vertrag für eine Mediamatikerlehre schon in der Tasche hat. Im Sommer beginnt für ihn das wahre Berufsleben mit der Ausbildung bei der Swisscom. Dass es sich bei dieser Lehre nicht nur um das Aufsetzen von Fanpages dreht, ist sich der junge PC-Freak bewusst. Für später hat sich Didier schon die Weiterbildung zum Webmaster als Ziel gesetzt. Ein Leben oh- ne PC, schlicht unvorstellbar!

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