|
Zurück
zum Überblick
Die
jüngsten Kandidaten von CVP, CSP, FDP und SP
Was meinen die NachwuchspolitikerInnen?
Oberwallis / Politik und Wahlen sind längst kein Refugium mehr, das
nur älteren Herren und einzelnen Damen vorbehalten ist. Allerdings: Die
NachwuchspolitikerInnen kennt man kaum. Die RZ hat deshalb die jüngsten
KandidatInnen der vier etablierten Parteien befragt.
Von
German Escher
Matthias
Eggel (FDP, Jahrgang 1978) kandidiert als Suppleant im Bezirk Brig
Cyrill
Pinto (JuSo, Jahrgang 1981) kandiert als Suppleant im Bezirk Visp
Franziska
Schmid (Junge CVP, Jahrgang 1978) kandidiert als Suppleantin im Bezirk
Östlich Raron
Rinaldo
Senggen (CSP, Jahrgang 1974) kandidiert als Suppleant im Bezirk Goms
1.Frage
2. Frage 3.
Frage 4. Frage
5.Frage
Warum
interessieren Sie sich als JungpolitikerIn für ein Mandat?
Matthias Eggel: Weil ich bereit bin, aktiv bei der Gestaltung
der Zukunft mitzuwirken. Zwar engagiere ich mich schon seit mehreren Jahren
innerhalb der FDP, sei es im Vorstand der FDP Brig-Glis-Gamsen-Brigerbad
oder als FDPO-Delegierter bei der FDP Schweiz. Doch ist die Möglichkeit,
etwas zu verändern, als Mandatsträger grösser.
Cyrill Pinto: Ein Mandat im Walliser Grossen Rat ist für
mich aus verschiedenen Gründen interessant. Die Walliser Politik wird
überwiegend von Männern im Vorpensionsalter geprägt, Frauen und die Jugend
sind markant untervertreten. Zudem verfolgen die C-Vertreter im Parlament
konsequent eine Rechte Politik gegen die Interessen der Mehrheit im Wallis.
Franziska
Schmid: Seit ich im Parteivorstand der Jungen CVP bin (1998),
nehme ich regelmässig an den Fraktionssitzungen der CVPO teil. Dadurch
wurde mein Interesse für die kantonale Legislative geweckt. Ich möchte
gerne aktiv im Politgeschehen mitgestalten. Um uns als Jungpartei noch
besser etablieren zu können, ist es wichtig, über Mandate zu verfügen.
Rinaldo Senggen: Das Goms ist für mich meine Heimat. Als
Selbständiger im Gastgewerbe ist es mir wichtig, dass das Goms eine sichere
Zukunft für uns bieten kann. Durch meine Mitarbeit in der Projektgruppe
"Goms, inschi Zuekunft" wurde die Partei auf mich aufmerksam. Ich musste
zu dieser Kandidatur gedrängt werden, habe dann nach kurzer Überlegungszeit
zugesagt.
Politisiert
ein Jungpolitiker anders als ein alter Polit-Fuchs?
Matthias Eggel: Jeder Politiker hat seinen eigenen Stil
zu politisieren, egal ob er nun jung oder alt ist. Als Jungpolitiker hat
man sicherlich den Vorteil, dass man unabhängiger politisieren kann.
Cyrill Pinto: Das ist keine Frage des Alters. Viele "ältere"
Politiker sind noch jung im Kopf, sie sind offen für neue Ideen. Umgekehrt
gibts Jungpolitiker, die nach alten Mustern Politik betreiben.
Franziska Schmid: Ich denke, wir gehen ans Politgeschehen
unbefangener und lockerer heran, was aber keinesfalls heissen soll, das
wir die Sache nicht ernst nehmen würden.
Rinaldo Senggen: Sicher. Auch in der Politik spielt die
Erfahrung eine grosse Rolle. Auch sind die Interessen der Generationen
nicht immer die gleichen.
Wie
erklären Sie sich die Polit-Verdrossenheit der meisten Jugendlichen und
jungen Erwachsenen?
Matthias Eggel: Es gibt hierfür viele mögliche Gründe. Zum
einen liegt es sicherlich daran, dass die meisten Jugendlichen lieber
ihren Hobbys nachgehen, als sich mit Politik zu beschäftigen. Zum anderen
sind viele überzeugt, dass sie sowieso nichts verändern können.
Cyrill
Pinto: Jugendpolitik in den grossen Parteien und im Grossen Ratexistiert
auf dem Papier, doch wurde bis jetzt nichts in die Praxis umgesetzt. Die
Jugend hat in den letzten Jahren den Anschluss an die Politik verloren,
deshalb gibt es im Oberwallis jetzt zwei Jungparteien.
Franziska Schmid: Das Jugend- und jungen Erwachsenenalter
ist eine schwierige Phase, in der auf die jungen Leute viele Fragen und
Probleme wie Berufswahl, Ausbildung, Ablösung vom Elternhaus... zukommen.
Deshalb empfinden sie Politik oftmals als etwas Nebensächliches. Wir leben
leider zur Zeit in einer "Null-Bock-Generation", in der lieber alle nur
konsumieren wollen, ohne selber Hand anzulegen.
Rinaldo Senggen: Wer einen Job hat, jung und ledig ist,
macht sich leider etwas zu wenig Sorgen über die Zukunft. Man hat schon
ziemlich alles. Auch glauben einige, dass ihnen sowieso nicht zugehört
wird. Doch wer nichts sagt, der kann auch nicht angehört werden.
Wird
der Polit-Nachwuchs ungenügend gefördert oder als Alibi missbraucht?
Matthias Eggel: Ob die anderen Parteien den Polit-Nachwuchs
nur als Alibi missbrauchen, kann ich nicht sagen. Bei der FDP wird er
gefördert. Ob dann dieser Polit-Nachwuchs auch gewählt wird, entscheiden
die Wählerinnen und Wähler.
Cyrill Pinto: Die Jungsozialistinnen und Jungsozialisten
Oberwallis profitieren vor allem von der Erfahrung und der Infrastruktur
der Mutterpartei. Welche Politik wir aber betreiben, entscheiden wir selbst.
In dieser Hinsicht sind wir, im Gegensatz zu anderen Jungparteien aus
dem Oberwallis, unabhängig. Die JUSO Oberwallis startet mit einer Suppleantenliste
in die Wahlen, wir werden einen Vertreter nach Sitten schicken. Das ist
keine Alibiübung.
Franziska Schmid: Wir von der Jungen CVP Oberwallis erfahren
von der Mutterpartei, der CVPO, eine breite Unterstützung. In der guten
Zusammenarbeit werden wir mit unseren Anliegen ernst genommen und als
gleichwertiger Partner angesehen. Natürlich werden wir immer wieder von
anderen Parteien als Wasserträger der CVPO bezeichnet. Doch mit unserem
guten Resultat bei den Nationalratswahlen konnten wir beweisen, dass wir
als eigenständige Partei Fuss fassen konnten.
Rinaldo Senggen: Der Nachwuchs bedarf sicher einer besseren
Förderung. Doch es ist schwierig, Jugendliche zu fördern, die sich überhaupt
nicht interessieren. Als Alibi sehe ich meine Nomination nicht. Man kennt
mich als Geschäftsmann und aus der Projektgruppe "Goms, inschi Zuekunft".
Die CSPO sieht in mir einen engagierten, dynamischen Mann, etwas jünger
halt.
Welches
Thema oder Anliegen interessiert Sie am meisten?
Matthias
Eggel: Gesunde Kantonsfinanzen: Der Kanton Wallis hat einen Schuldenberg
von 2,7 Milliarden und bezahlt täglich 350’000 Fr. für Schuldzinsen. So
kann es nicht weitergehen. Darum: Schluss mit der Schuldenwirtschaft,
weil sie zu Lasten der nächsten Generation(en) geht.
Cyrill Pinto:In Sitten brauchen wir keine Kopfnicker, sondern
Leute, die sich für die Zukunft des Wallis einsetzen. Die JUSO Oberwallis
wird sich für die Gleichstellung der Frauen im Alltag einsetzen, eine
glaubwürdige Umwelt- und Bildungspolitik betreiben und im Grossen Rat
linke Akzente setzen.
Franziska Schmid: Als Jungpolitikerin liegt mir die Bildungspolitik
sehr am Herzen. Eine gute (Aus-) Bildung muss für alle gewährleistet sein,
egal welcher sozialen Schicht wir angehören, denn Bildung ist unser Zukunftspotenzial.
Als Heilpädagogin sind mir die Rechte der behinderten Menschen, im Sinne
von grösstmöglicher Integration im Alltag, besonders wichtig.
Rinaldo Senggen: Mein grösstes Anliegen ist der Tourismus.
Zurzeit bewegen wir uns auf dem Glatteis, was eine einheitliche funktionierende
Tourismusorganisation betrifft. Das Tourismusbewusstsein der Bevölkerung
muss unbedingt verbessert werden. Berufe aus dem Gastgewerbe gelten als
verpönt. Aus diesem Metier stammend, ist das für mich nicht selbstverständlich.
![[ top ]](../../images/top.gif)
|