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Am Ostermontag findet in Ferden die traditionelle Osterspende statt

"Chees und Brod und än Tropf Win"

Ferden / Im Lötschental werden die alten Bräuche nicht in Museen konserviert, sondern werden von der Bevölkerung noch gelebt. Die Osterspende von Ferden hat ihren Ursprung im Mittelalter und geht auf eine überlieferte Geschichte zurück.

Von Walter Bellwald

Damals, so hält sich hartnäckig die Sage, suchten die Sennerinnen der Ferdneralpen (Faldum-, Resti- und Kummenalpe) vergebens nach ihrem Vieh. Die Kühe blieben während drei Tagen spurlos verschwunden. Am dritten Tag kamen die Tiere völlig abgemagert auf den Stafel zurück, hatten Weizenähren zwischen den Klauen und gaben nur noch blutige Milch. Daraufhin machten die Älplerinnen ein Gelöbnis. Wenn sich der Spuk nicht mehr wiederhole, wollten sie die Milch von zwei Tagen zu Ziger verarbeiten und am Ostermontag gratis an die arme Bevölkerung des Tales verteilen.

Die Zigerherstellung
Die Osterspende von Ferden hat sich in seiner ursprünglichen Form bis heute gehalten. Wie in früheren Jahren wird auch heute noch die Milch auf den drei Alpen am 23. und 24. Juli separat gesammelt und für die Zigerherstellung zur Verfügung gestellt. Die Milch wird gesalzen, in Rindenfässer eingestampft und gelagert. Am Ostermontag wird der Ziger dann aus den Fässern geholt und an die Talbevölkerung verteilt. Die Osterspende wird nach einem genauen Verteilreglement gereicht. Jede Person bekommt ein Stück Ziger, ein Stück Roggenbrot und ein Glas Wein. Einzige Ausnahme: Ältere Personen (ab 60) bekommen drei(!) Gläser Wein.

Früher Ursprung
"Der Brauch geht auf das 13. Jahrhundert zurück", mutmasst Ignaz Bellwald, der auch schon verschiedene Ausstellungen zum Thema organisiert hat. Was früher eine wichtige Stütze für die arme Bevölkerung war, dient heute mehr dem gemütlichen Beisammensein. Auch die Zukunft des aufwändigen Brauchtums ist gesichert. "Nur das heute etwas mehr Wein getrunken wird als damals", meint Bellwald lachend.

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