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Petition gegen
Gay Pride in Sitten lanciert
Schwulen-Hetze
im Wallis
Brig-Glis / Naters
/ Visp / Die rechtskonservative RomanDit macht Ernst. In den grossen
Walliser Agglomerationen wurde dieser Tage eine eigentliche Schwulen-Hetze
gestartet. Die Aktion richtet sich gegen die Gay Pride in Sitten.
Von Walter Bellwald
Sind ihre Kinder,
ohne es zu wissen, schwul? In einem Flugblatt, dass an alle Haushaltungen
verteilt wird, macht die rechtskonservative RomanDit auf die Gefahren
der Gay Pride aufmerksam. Soziologische und erzieherische Werte unserer
Gesellschaft stünden auf dem Spiel, schreibt RomanDit. Mit einer
Petition will man nun die Gay Pride im Wallis verhindern.
Grobe Vorwürfe
Unter
dem Vorwand der Gay Pride hat es die homosexuelle Lobby darauf abgesehen,
sich der Schule zu bedienen, um die Kinder über ihre widernatürlichen
sexuellen Praktiken aufzuklären, schreibt RomanDit. Zum Schutz
der Kinder sowie der kulturellen, religiösen und politischen Werte
sei es darum von grösster Dringlichkeit, dass jeder sich der negativen
Einflüsse einer Gay Pride und deren Auswirkungen bewusst sei. Es
ist eines jeden Pflicht, alles daranzusetzen, damit sie nicht stattfindet,
betont RomanDit in ihrem Schreiben. Mit einer Unterschriftensammlung will
man die bevorstehende Gay Pride in Sitten verhindern.
Pink Cross wehrt
sich
Moel Volken
von der Schwulenorganisation Pink Cross wehrt sich gegen die Vorwürfe
von RomanDit: Wir wollen die Öffentlichkeit aufklären
und informieren, aber nicht provozieren. Die Argumente gegen die
Gay Pride kann Volken nicht nachvollziehen. Homosexualität
ist doch keine Krankheit, ärgert sich der Oberwalliser Gay,
der in Bern lebt. Diese Leute kämpfen gegen ein Ungeheuer,
dass es gar nicht gibt. Roman Dit ist für Moel Volken keine
Unbekannte. Diese Gruppierung ist eng mit konservativen Elementen
von Kirche, Wirtschaft und Politik im Wallis verbunden und hat somit viel
Einfluss. Wir haben Respekt vor dieser Organisation.
Politisch umstritten
Die politischen
Reaktionen auf die Gay Pride sind unterschiedlich, wie die RZ bei den
Parteipräsidenten erfahren konnte. Richard Kalbermatter von der CVPO:
Ich habe keine Berührungsängste. Auch Karl Schmidhalter
(SPO) zeigt sich tolerant: Für mich ist die Gay Pride kein
Problem. Paul Inderkummen von der CSPO verweist auf die Gesetzgebung.
Wenn eine Gay Pride den gesetzlichen Grundlagen entspricht, habe
ich keine Probleme damit. Moralisch äussert Inderkummen allerdings
einige Bedenken. Ambros Bumann (FDPO) toleriert die Schwulen- und Lesbenparade.
Wenn jemand ethische Bedenken dagegen äussert, habe ich allerdings
Verständnis. Für Oskar Freysinger ist die Gay
Pride nur die Spitze des Eisbergs. Das ist eine Kriegserklärung
an die traditionelle Familienstruktur, poltert der SVP-Parteichef.
Gay Pride findet
statt
Trotzdem soll
die Gay Pride wie geplant am 7. Juli in der Kantonshauptstadt stattfinden.
Die rechtskonservative Gruppierung RomanDit wehrt sich: Die Wahl
der Stadt Sitten für ein Schauspiel dieser Art ist offensichtlich
als Provokation gedacht! Die Sittener Stadtverwaltung zeigt sich
aber hartnäckig. Stadtpräsident Francois Mudry zur RZ: Wir
haben die Gay Pride bewilligt und dabei bleibt es.
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