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Das Oberwallis hat die ersten Mediamatiker und keiner weiss es
Mediamatiker – und jetzt?


 
Oberwallis / Erstmals wurden diesen Sommer Mediamatiker auf den Arbeitsmarkt losgelassen. Doch wie eine Stelle finden, wenn es dieses Berufsbild in der Praxis noch nicht gibt? Dieses Problem beschäftigt zur Zeit auch sieben Oberwalliser.

Von Tamara Locher

Um neue Berufsbilder wird immer viel Wirbel gemacht. Da werden Zukunftsprognosen gemacht, Marktanalysen erstellt und Theorien ausgearbeitet. Dann startet man das Projekt und plötzlich hinkt das Bedürfnis auf dem Arbeitsmarkt hinten nach. So ergeht es zurzeit sieben Oberwallisern, die in einer der ersten Schweizer Pilotklasse diesen Beruf erlernt haben.

Pilotklassen
Das Berufsbild Mediamatiker wurde in der Schweiz vom Berufsverband Sigmedia sozusagen erfunden und bei den einzelnen Berufsausbildungs - Centern lanciert. 1998 startete man in der Berufsschule Aarau und Biel eine deutschsprachige Pilotklasse. In Biel nahmen 20 Jugendliche die Chance des neues Arbeitsgebiets wahr, so auch sieben Oberwalliser. „Mediamatiker arbeiten in den Gebieten Informatik, Elektronik und im KV-Bereich“, erklärt Oliver Borter. So jedenfalls steht es in der Berufsbezeichnung. Doch die Praxis sieht anders aus. „Am Anfang lag das Schwergewicht auf Informatik, jetzt liegt es im Bereich KV. Die Elektronik ist total untergegangen“, weiss Christian Karlen und Fernando Volken doppelt nach: „Man hat gemerkt, dass wir eine Pilotklasse waren. Das Berufsreglement wurde dauernd abgeändert.“

Stellenangebote
Die Schule in Biel fand in Blockkursen statt. Die praktische Ausbildung wurde in verschiedenen Betrieben gemacht, wie beispielsweise bei der Swisscom. Im ersten und zweiten Lehrjahr machte dieser schulische Unterricht rund 30 Wochen aus, im dritten Lehrjahr waren es noch 15 Wochen Schule. Die Berufsmatura war obligatorisch. In Visp wurde 1999 ebenfalls eine Mediamatiker-Klasse gegründet, die 2002 ihren Abschluss macht. „Ich hatte anfangs das Gefühl, dass ich nach der Lehre auf dem erlernten Beruf arbeiten könne“, sagt Christian Karlen. Aber: In der ganzen Schweiz gibt es zurzeit keine Stellen als Mediamatiker. „Ich habe solche Stellenangebote bereits gesehen. Nur werden sie in der Praxis noch nicht als Mediamatiker verkauft“, erklärt Franz Zucol, Chefexperte im Bereich Mediamatik des Kanton Bern.

Allrounder
Die Mediamatiker sind also keine Informatiker, Elektroniker oder Kauf- und Marketingleute. Sie sind eine Mischung dieser Berufsbilder. Das heisst, sie erlernen die Grundkenntnisse dieser Gebiete und müssen sich je nach Interesse weiter spezialisieren. „Bei jedem Vorstellungsgespräch musste ich zuerst meinen Beruf erklären“, sagt Fernando Volken. Jetzt hat er seine Herausforderung in Zürich gefunden. Der Chefexperte ist zuversichtlich: „Mediamatiker ist ein Beruf, dem in verschiedenen Bereichen viele Wege offen stehen.“

Gute Idee
Deshalb heisst es jetzt für die sieben Oberwalliser, Augen auf für Einsatzmöglichkeiten. Die Chance des neuen Berufs sehen sie im Moment eher in kleineren Betrieben. „Ist das Geld für einen Informatiker und Kaufmann zu knapp, können Mediamatiker eingesetzt werden“, meint Oliver Borter und bringt es auf den Punkt: „Die Idee des Berufsbilds ist gut, nur bei der Ausführung und beim Angebot happert es.


 

 

      
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