| Leukerbad / Das Bäderdorf hat eine
neue Errungenschaft. Neben den heissen Quellen gesellt sich jetzt der Grüne
Strom dazu. Biogas heisst die Zukunftsmusik, mit der Meinrad Eugster einen
interessanten Kreislauf schliesst Energie aus organischem Abfall.
Von Tamara Locher
Nicht nur bei den Mülldeponien muss man neue
Wege gehen, um den Abfallbergen Herr zu werden. Besonders Tourismusorte
kämpfen mit einem ganz anderem Müll den Gastro-Abfällen.
Diese werden meist in einer Schweinemast entsorgt, wie dies auch in Leukerbad
üblich war. Das dies nicht der Stein des Weisen ist, erkannte auch
Meinrad Eugster, der selber zwölf Jahre eine Schweinemast betrieb.
Wir brauchen neue Wege in der Abfallentsorgung, erklärt
der engagierte Bauer.
250 Tonnen Gastro-Abfall
Keine leeren Worte, denn sein Entsorger für organisches Material
ist seit August 2001 in Betrieb. Das Geniale: Die Anlage produziert mit
Abfällen Strom und Wärme. Durch die Vergärung entsteht
Biogas, das mittels eines Blockheizkraftwerkes zu je 50 Prozent in Strom
und Wärme umgewandelt wird. Im Moment steckt der 400 Kubik Fermenter
noch in den Kinderschuhen. Wenn die Biogas-Anlage richtig funktioniert,
rechnen wir mit 120000 bis 150000 Kilowatt Strom pro Jahr,
die ins Stromnetz der Gemeinde Leukerbad eingespiesen werden, sagt
Meinrad Eugster. Dies macht 2 bis 4 Prozent des gesamten Stromverbrauchs
Leukerbads aus. Nicht massig viel, doch werden so nebenbei 250 Tonnen
Restaurantabfälle umweltfreundlich entsorgt. Und die Restaurantbesitzer
freuts. Das verstehe ich unter Energie der Zukunft. Das dies eine
goldene Idee ist, steht ausser Diskussion, äussert sich Martin
Loretan des Hotels Dala. So ausser Diskussion stand die Biogas-Anlage
am Anfang nicht. Die Bewilligungsverfahren waren ein mühsamer
Weg, sagt der Biogas-Pionier. Trotzdem: Die Gemeinde Leukerbad hatte
für den Antrag eine positive Vormeinung an den Kanton abgegeben.
Kurt Zumofen, Sachbearbeiter des Bauwesens in Leukerbad, weiss: Wir
sind interessiert. Es ist eine sinnvolle Form der Abfallbewirtschaftung.
Potential vorhanden
Auch der Kanton setzt sich für solche Projekte ein. Moritz Steiner,
Chef der Dienststelle für Energie: Im Rahmen der Energie Schweiz,
Nachfolgeprojekt der E2000, fördern Kanton und Bund solch erneuerbaren
Energien. Der Bund beteiligt sich mit 48000 Franken und der
Kanton mit 37000 Franken an der Biogas-Anlage. Gesamter Kostenpunkt:
rund 310000 Franken. Für Moritz Steiner ist das Ziel der Pilotanlage
klar: Erfahrungen sammeln und dann vermehrt solche Anlagen bauen. Das
Potential ist vorhanden und das Pilotprojekt auf gutem Wege.
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