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Der Zermatter Kehricht wird ab 2002 nach Gamsen transportiert
Abfalltransport auf der Strasse oder Schiene


Die KVA Zermatt ist nur noch bis im April 2002 in Betrieb
 
Zermatt / In acht Monaten wird die Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) in Zermatt eingestellt. Ab April 2002 liefert Zermatt seinen Abfall in die KVA nach Gamsen. Ob der Kehricht auf der Strasse oder Schiene ins Rhonetal transportiert wird, ist derzeit allerdings noch unklar.

Von Walter Bellwald

Die Gemeinde Zermatt prüft zurzeit die betriebswirtschaftlichen und ökologischen Vor- und Nachteile der beiden Varianten. Darum wurde die Firma LETCON beauftragt, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu schaffen, um die Kehrichtentsorgung weiterhin sicherzustellen

KVA wird eingestellt
Nach 38 Jahren wird der Betrieb der KVA Zermatt im April 2002 eingestellt. Der Grund: Die Anlage ist überholt und sanierungsbedürftig. Um die vorschriftsmässigen Auflagen zu erfüllen, müsste die bestehende Anlage umgerüstet werden. Weil aber das Abfallvolumen in keinem Verhältnis zu den anfallenden Kosten steht, hat sich Zermatt entschlossen, die Anlage nicht zu sanieren und stattdessen dem Gemeindeverband Oberwallis für die Abfallbewirtschaftung (GVO) beizutreten.

Strassenvariante?
Nach Vertrag mit der GVO ist der Gemeinde der Kehricht-Transport nach Gamsen freigestellt. Zur Diskussion stehen der Transport auf der Strasse oder die ökologisch sinnvolle Bahn-Variante. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sprechen zwar eher für den Strassentransport. Dabei stellt sich aber die Frage nach der Sicherheit auf der befahrbaren Strecke und der Aufrechterhaltung des Transports. Vor allem im Winter dürfte die Strasse Täsch-Zermatt allenthalben gesperrt sein. Dieses Problem kennt auch die Gemeinde.

Vorbildliche Entsorgung?
Für die Bahnvariante spricht die ökologisch sinnvolle Nutzung. Schon heute transportieren die BVZ Zermatt-Bahnen verschiedenste Wertstoffe wie Glas oder Inertstoff-Materialien mit der Bahn aus dem Mattertal. „Wir sind absolut konkurrenzfähig gegenüber der Strasse“, gibt sich Hans Tribolet von der BVZ Zematt-Bahn überzeugt. Auch für den Hauskehricht haben die Bahnen vorgesorgt. Mit sogenannten ACTS-Containern (Abroll-Container-Transport-System) soll der Müll abtransportiert werden. Auf der Schiene sollen die Müll-Tonnagen bis nach Gamsen gelangen. Zurzeit fehlt aber noch der Schienenanschluss an die KVA Gamsen. Ein Umlad auf dem Bahnhof Visp mache wenig Sinn und sei aus betriebswirtschaftlichen Gründen kaum realistisch, wie der zuständige Gemeinderat Rafael Biner erklärte. Ein Bahnanschluss der KVA Gamsen an das bestehende Netz der BVZ oder ein Umlad in Gamsen sind darum wohl unabdingbar.

Kanton gefordert
Eine ökologisch sinnvolle Variante wäre wohl einmalig und würde dem autofreien Kurort gut anstehen. Allerdings: Sowohl für die Gemeinde wie auch für den Gebührenzahler muss die Entsorgung wirtschaftlich tragbar sein. Es dürfe nicht angehen, dass andere Walliser Gemeinden an einer Bahnstrecke auf den Strassentransport zurückgreifen und Zermatt übernehme eine Vorzeigerolle mit wirtschaftlichen Risiken, bemerkt Biner. Darum appelliert er an die Solidarität der Gemeinden, den wirtschaftlichen Mehraufwand zu honorieren. Auch der Kanton ist gefordert. Es reiche nicht aus, auf ökologisch sinnvolle Möglichkeiten hinzuweisen, ohne die Gemeinden zu unterstützen, so Biner. Spätestens bis im April 2002 wollen die kommunalen Behörden eine Patentlösung anstreben.


 

 

      
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