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Gegenwind für Leukerbadner Kandidatur als nationales Eissportzentrum
Seilziehen um Sportzentrum


Sportarena bald als nationales Eissportzentrum?
 

Leukerbad / Die Kandidatur der Sportarena Leukerbad, zum nationalen Eissportzentrum ausgebaut und anerkannt zu werden, tritt in die Endphase. Allerdings: Nur wenn sich der Staatsrat klar für Leukerbad einsetzt, wird man die Skeptiker im Bundesamt für Sport auch überzeugen können.

Von German Escher

Für Leukerbad steht viel auf dem Spiel. „Ohne fremde Hilfe muss die Sportarena Leukerbad geschlossen werden“, gesteht Tourismusdirektor Peter Salzmann offen. Er kämpft deshalb mit einem fundierten Dossier für die Sportarena als nationales Eissportzentrum - und muss dabei in erster Linie den Walliser Staatsrat überzeugen. Auch Champéry hat sein Interesse angemeldet, müsste aber mindestens 22 Millionen Franken investieren, um den Anforderungen des Bundesamtes für Sport gerecht zu werden. Anders in Leukerbad: Hier sind die meisten Sporteinrichtungen vorhanden. Trotzdem hat sich die Kantonsregierung bisher nicht klar für einen Standort ausgesprochen. Und die Zeit drängt. „Bis Ende September erwarten wir die Stellungnahme des Walliser Staatsrates“, bestätigt der zuständige Sachbearbeiter im Bundesamt für Sport (BASPO), Hansjörg Birrer, gegenüber der RZ.

Dossier nachgebessert
Laut Anforderungsprofil soll das nationale Eissportzentrum Wallis in erster Linie dem Eiskunstlauf, Eistanz, synchronized Skating, Short Track und Curling sowie den regionalen Bedürfnissen des Eishockeys dienen. Der Bund wäre bereit, die notwendigen Investitionen mit bis zu vier Millionen zu subventionieren. Gelder, die übrigens für Olympia 2006 im Wallis budgetiert waren und nun teilweise für Sportanlagen investiert werden sollen. Aus Walliser Sicht wäre es also naheliegend, dass diese Mittel auch in unseren Kanton fliessen. Allerdings: Die geforderten Sportanlagen sind in Leukerbad weitgehend vorhanden. Einzig die Eisfläche im Freien ist zu klein. „Wir haben diesbezüglich unsere Bewerbung ergänzt“, sagt Salzmann. „Es ist ein neues Eisfeld für mehrere Millionen geplant.“

Skepsis beim Bund
Das übrige, sehr breitgefächerte Angebot der Sportarena, die medizinische Betreuung und die zahlreichen Bäder sind weitere Vorzüge der Leukerbadner Bewerbung. Einziger Nachteil: Die Forderungen der UBS von rund 3,5 Millionen Franken. Nur mit dem Einverständnis des Konkursverwalters kann Leukerbad Tourismus zurzeit die Sportarena von der UBS mieten und betreiben. Die Anerkennung als nationales Eissportzentrum brächten der Sportarena die dringend notwendige Finanzspritze, eine bessere Auslastung und ein positives Image für die Zukunft. Trotzdem: Auch als nationales Sportzentrum wären noch nicht alle Probleme vom Tisch. Selbst wenn das Bundesamt für Sport sich letztlich für Leukerbad entscheidet, würden kaum vier Millionen in die Sportarena fliessen. In der Regel bezahle man 10 bis 25 Prozent an die Baukosten neuer Anlagen, betont Hansjörg Birrer vom BASPO und macht klar: „Wir können uns nicht an der Schuldenbegleichung von bestehenden Sportanlagen beteiligen.“ Im Fall von Leukerbad sei dies „ein ernstzunehmendes Handicap“. Fazit: Nur mit einer klaren Unterstützung des Staatsrates hat die Sportarena eine Chance!


 

 

      
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