| Brig / Visp / Sitten / Die Walliser Patienten
verschlingen überdurchschnittlich viel Medikamente. Die Krankenkassen
in unserem Kanton mussten im vergangenen Jahr pro versicherter Person 465
Franken an Medikamentenkosten bezahlen. Der schweizerische Durchschnitt
beträgt 447 Franken.
Von German Escher
Noch geben sich die meisten Krankenkassen zugeknöpft.
Die neuen Krankenkassenprämien sind ein unpopuläres Thema. Von
den grossen Krankenversicherern legen einzig die KK Visp und Umgebung
sowie die KK Goms (hinter der CSS die beiden Marktleader im Oberwallis)
ihre Karten auf den Tisch: Die KK Goms erhöht ihre Prämie für
Erwachsene von 146 auf 157 Franken pro Monat. Bei der KK Visp und Umgebung
muss der Erwachsene (ab 26 Jahren) neu 155 statt 149 bezahlen. In den
meisten übrigen Krankenkassen dürften die Prämien massiv
stärker ansteigen.
Medi-Kosten um 13,1 % gestiegen
Allerdings: Der Ärger über Kassen, Spitäler und Gesundheitspolitiker
ist nur teilweise berechtigt. Der Grund: Die Patienten hätten es
mit dem Medikamentenkonsum auch selber in der Hand zu sparen. Die Fakten:
In der Schweiz sind die Kosten für Medikamente um 10,9 Prozent gestiegen.
Im Wallis betrug die Kostenzunahme für die in den Apotheken abgegebenen,
verschriebenen Medikamente sogar stolze 13,1 Prozent. Das sind 439 Franken
pro versicherte Person im Wallis. Hinzu kommen 26 Franken für Medikamente,
die in Arztpraxen dem Patient ausgehändigt werden. Unterm Strich
ergibt dies 465 Franken. Damit liegt der Walliser Medikamentenkonsum,
der von den Krankenkassen anerkannt wird, um 18 Franken über dem
Schweizerischen Durchschnitt. In absoluten Zahlen: Der verschriebene Medikamentenkonsum
ist im Wallis innert Jahresfrist von 109 auf 124,3 Millionen Franken angestiegen.
Der prägnante Kommentar von Peter Margelist von den Walliser Krankenversicherern:
Hier gibt es ganz klar ein Sparpotential.
Generika: wenig Hoffnung
Die steigenden Medikamentenkosten sind einer
der Hauptgründe für den erneuten Prämienschub. Das wissen
auch die Gesundheitspolitiker. Mit einem neuen Tax-System für Apotheker
möchte man den Generika-Verkauf fördern. Seit 1. Juli 2001 ist
das neue Abrechnungsystem der Apotheker in Kraft. Noch spüren
wir davon wenig, heisst es dazu seitens der KK Goms. Selbst
wenn der Generika-Verkauf um zehn Prozent ansteigen würde, wäre
das nicht festzustellen, sagt Robert Kalbermatten, Geschäftsführer
der KK Visp und Umgebung. Trotzdem befürwortet er die Förderung
der Generika-Medikamente. Doch wie die meisten Branchenkenner ist er der
Ansicht: Noch ist es verfrüht, hier eine Bilanz zu ziehen.
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