| Visp / Der Klub ist erfolgreich. Sportlich,
aber auch finanziell präsentiert sich der Visper Löwe topfit.
Seit dem Wiederaufstieg beweist Visp, dass mit kompetenter Klubführung
das Abenteuer NLB keinem wahnwitzigen Himmelfahrtskommando gleichkommt.
Neu bildet für die 1. Manschaft und die Junioren Elite des EHC eine
Aktiengesellschaft das Rückgrat einer seriösen Finanzplanung.
Gesucht sind dafür noch weitere Aktionäre.
Von Klaus Regniet
Morgen abend werden wieder gegen 2500 Zuschauer
in den Visper Eistempel pilgern und das Stadion in eine echte Heimarena
verwandeln. Das Farmteam des ZSC bildet in Sachen Zuschauerandrang das
pure Gegenteil zu den Rotweissen. "Bis jetzt konnten wir unseren
Zuschaueraufmarsch gegenüber der letzten Saison noch einmal steigern",
verkündet ein stolzer Verwaltungsratspräsident. Die Früchte
von klugem Management und sportlichem Erfolg schlagen beim EHC Visp heuer
voll durch.
Beschaffung Aktienkapital
Trotzdem kann der Klubhöchste nicht zurücklehnen. Die von
der Nationalliga geforderte Umwandlung des Vereins in eine AG ist zwar
vollzogen, aber das Soll ist noch nicht erreicht. "Es zeichneten
rund 450 Aktionäre einen Betrag von 400000 Franken", zieht
Leander Zuber gegenwärtig Bilanz. "Unser Ziel bleiben aber die
600000 Franken Aktienkapital", demonstriert der Verwaltungsratspräsident
Durchhaltewillen. Um das gesteckte Ziel dennoch zu erreichen, wird der
Beirat zur Beschaffung der Aktien mit weiteren Persönlichkeiten aus
unterschiedlichen Bereichen und Regionen aufgestockt. "Aber wir hoffen
auch auf die echten Fans des EHC, dass sie noch Mitglied der AG werden",
umschreibt Leander Zuber ein weiteres Zielfeld für zusätzliche
Aktienzeichnungen. Die Langnauer Tiger, das Partnerteam des EHC, beschafften
in rekordverdächtigen 6 Wochen rund 1,5 Mio. an Kapital. Mit dieser
Tatsache im Rücken nehmen sich die Visper Kapitalvorstellungen durchaus
realistisch aus.
Fan als Aktionär
"Von den bisherigen Aktionären
sind nur die Hälfte auch regelmässige Matchbesucher, also sind
nur rund 10 Prozent unserer Zuschauer in der AG engagiert." Mit diesem
Rechenbeispiel des Verwaltungsratspräsidenten wird deutlich, wo die
Verantwortlichen ein grosses Beschaffungspotenzial sehen. Wo liegt das
Problem? "Wir haben in den vergangenen Monaten zu wenig Aufklärungsarbeit
bei den eingefleischten Fans gemacht", gibt sich der Klubverantwortliche
selbstkritisch. "Mit einer einmaligen Aktienzeichnung von 200 Franken
wird der Fan ein Mitglied der AG und kann somit an der Aktionärsversammlung
mitbestimmen, was mit "seinem" Klub geschieht", orientiert
Leander Zuber und ergänzt: "Viele glauben nämlich, dieser
Beitrag sei jährlich zu entrichten und das stimmt selbstverständlich
nicht". Der Klub appelliert an das Zusammengehörigkeitsgefühl,
denn mit dem Besitz einer einzigen Aktie darf der Eishockeyfreund mit
recht behaupten: "Hurra, ich bin Aktionär des EHC und ein Teil
des Klubs gehört mir!"
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