| Naters / Brig-Glis / Die Gemeinden Brig-Glis
und Naters sollen enger zusammenarbeiten und allenfalls sogar fusionieren.
Das verlangt eine Initiative der SP Brig-Glis und Naters, die im Februar
lanciert wird.
Von German Escher
Die Politiker beider Gemeinden sprechen gerne
von einer engeren Zusammenarbeit. Aber wenns konkret wird, dann happerts,
stellt der frühere Natischer SP-Gemeinderat und Bezirksparteipräsident
German Eyer fest. Im Dezember hat der SP-Bezirksvorstand deshalb den Grundsatzentscheid
gefällt, jetzt liegt der Entwurf des Initiativtexts vor und im Februar
soll die Unterschriftensammlung anlaufen. Die Stossrichtung ist klar:
Brig und Naters müssen enger zusammenrücken, allenfalls sogar
fusionieren.
Umsetzung in zwei Schritten
Der Entwurf des Initiativtext enthält Zielsetzung und Fahrplan:
Die Gemeinde Brig-Glis klärt zusammen mit der Gemeinde Naters
ab, welche Vor- und Nachteile eine Zusammenarbeit bis hin zur Fusion dieser
Gemeinden unter Nutzung aller Potenziale und Synergiemöglichkeiten
hat. Bis Ende 2003 wird unter Beizug von Experten in einem offenen Planungsprozess
ein Projekt erarbeitet und verbessert, das im Jahr 2004 den Stimmbürgerinnen
und Stimmbürgern zum Entscheid an der Urne unterbreitet wird.
Damit dieser Prozess überhaupt erst in Gang kommt, müssen genügend
Unterschriften zusammenkommen. Benötigt werden zehn Prozent der Stimmfähigen.
In Brig-Glis müssten also 818 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger,
in Naters 565 Personen das Volksbegehren der SP unterzeichnen. In einem
weiteren Schritt würde der jeweilige Gemeinderat das Begehren behandeln
und dann den Abstimmungstermin festlegen. SP-Bezirkspräsident German
Eyer ist zuversichtlich, dass die Initiative vor dem Volk gute Chancen
hat. Es sei ja keine Abstimmung über die direkte Fusion. Es gehe
vielmehr um die ernsthafte Prüfung einer engeren Zusammenarbeit unter
Beizug von Experten. Ein Wunsch, der laut Einschätzung der SP durchaus
mehrheitsfähig ist.
Zuviele Doppelspurigkeiten
Mit der Initiative will die SP Druck machen, dass es in Sachen Zusammenarbeit
nicht mit blossen Lippenbekenntnissen bleibt. Braucht es wirklich
zwei verschiedene Polizeikorps? Kann man die Feuerwehren nicht zusammenlegen?,
führt Eyer gegenüber der RZ als Beispiele an. Auch im Bereich
der Infrastrukturen leisten sich die beiden grössten Oberwalliser
Gemeinden einige Doppelspurigkeiten. Es gibt zwei ähnlich konzipierte
Schwimmbäder. Das Zentrum Missione und die Simplonhalle sind ebenfalls
für ähnliche Veranstaltungen geeignet.
Um Einsparungen bei Kanton und Gemeinden zu erzielen,
müssten auch die Strukturen angepasst werden. Die Fusion einzelner
Gommer Gemeinden sei zwar ein Anfang, reiche aber nach Ansicht des SP-Grossrats
Eyer nicht aus. Im Goms braucht es kaum mehr als zwei Gemeinden.
Briglina mit 20`000 Einwohnern
Falls Brig-Glis und Naters wirklich zu einer
Gemeinde zusammenwachsen sollten, entstünde die zweitgrösste
Walliser Stadt. In der Rangliste der Schweizer Städte würde
man den 30. Platz belegen. Die Oberwalliser Metropole würde so an
Bedeutung gewinnen. Und das ist nicht ganz unwichtig mit Blick auf den
Lötschbergbasistunnel, der uns nicht nur neue Kunden, sondern auch
stärkere Konkurrenz aus der Deutschschweiz beschert.
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