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Das Projekt der Umfahrungsstrasse Turtmann liegt zur Vernehmlassung auf
Kein Aufatmen in Turtmann


Vielbefahrene Strasse von Turtmann
 
Turtmann / Eigentlich könnte Turtmann aufatmen: Die lange gewünschte Umfahrungsstrasse soll demnächst gebaut werden. Aber die Freude ist nicht wirklich spürbar. Die geplante Variante durchschneidet gemäss dem Gemeindepräsidenten Martin Leiggener gut erschlossenes Bauland.

Von Ruth Seeholzer

Seit Jahrzehnten verhandelt Turtmann mit dem kantonalen Baudepartement für eine Umfahrungsstrasse. Der Transitverkehr, der nach dem Gotthardunglück nochmals drastisch zugenommen hat, zwängt sich stockend und stinkend durch das Dorf. Ohne Lichtsignalanlagen gäbe es für Schulkinder und Fussgänger kaum ein Durchkommen mehr. – Für alle Beteiligten ist deshalb klar: Eine Umfahrungsstrasse muss her.

Das Projekt
Die Bau-, Industrie- und Umfahrungsstrasse (BIU-Strasse) Turtmann soll von Agarn her kommend noch vor dem Ortseingang Richtung Norden abbiegen. Weiter ist eine Brücke über die Turtmänna vorgesehen. Danach führt die Strasse entlang der Turtmänna Richtung Norden bis zur Industriezone. Von da weg teilt sich die BIU-Strasse. Sie führt einerseits Richtung Nordwesten als Baustrasse zur geplanten A9, andererseits verläuft sie als Umfahrungsstrasse Richtung Osten der Rollpiste entlang. Von da weg führt die Strasse bis nördlich des Motels Vallesia, um nach den sogenannten Tenne-Kurven wieder in die Kantonsstrasse zu münden. Gemäss Ausschreibung sind Teile der BIU-Strasse nur als Provisorium während der Bauzeit der A9 geplant.

„Bestes Bauland durchschnitten!“
„Es ist eine Tatsache, dass eine Strasse, die einmal gebaut ist, nicht so einfach wieder rückgebaut wird“, gibt sich Martin Leiggener, Gemeindepräsident von Turtmann, kritisch. Und überhaupt: Die Turtmänner sind nicht sehr glücklich mit dem nun aufliegenden Projekt. „Die Gemeinde, der Staat und die Bodeneigentümer haben in den letzten Jahren sehr viel Geld in die Erschliessung des Gebietes nördlich der Bahnhofstrasse, also genau da, wo die neue Umfahrungsstrasse durchführt, investiert“, erklärt Martin Leiggener. „Die Baulandumlegung kostete viel, sehr viel Geld. Dieses Bauland wird nun völlig zerschnitten und Turtmann hat wieder eine Strasse mehr.“

Gemeindevorschlag abgelehnt
Turtmann hatte eine andere Variante vorgesehen. „Wenn schon eine Strasse das Wohngebiet entlang der Bahnhofstrasse vom Dorf abschneidet, hätten wir uns gewünscht, dass diese Strasse die Bahnhofstrasse unterqueren würde. Das heisst, dass die BIU-Strasse im Bereich der Baulandumlegung Bahnhof unterirdisch geführt würde“, so der Gemeindepräsident. Dem Kanton war diese Variante aber zu teuer. - Da schon im Jahr 2000 eine Petition zuhanden des Staatsrates mehr als 300 Unterschriften gegen die Umfahrungsstrasse zustande brachte, wird wohl auch die Vernehmlassung einige Einsprachen nach sich ziehen.


 

 

      
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