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Am 6. April hält die SVP Schweiz ihre Delegiertenversammlung in Brig
Kein eitel Sonnenschein für die SVP


Präsident Ueli Mauerer hat die Walliser SVP-Probleme unterschätzt
 
Brig / Oberwallis / Vor bald drei Jahren kam das SVP-„Sünneli“ ins Wallis. Angesagt war eine Oppositionspartei, die unzufriedene Mitte-Rechts-WählerInnen abwirbt – vor allem bei den C-Parteien. Was mit Pauken und Trompeten begann, verlief bis heute – zumindest im Oberwallis – beinahe gänzlich im Sande. Nun tagen die Delegierten der schweizerischen Mutterpartei in Brig – nicht gerade eine SVP-Metropole.

Von Ruth Seeholzer

Die Geschichte der SVP Wallis kann man in wenigen Sätzen schreiben. – Oder drei Bücher füllen, je nachdem, ob man die ganzen Streitereien, Rausschmisse und Androhungen auch erzählen will. Was erfolgversprechend im Ober- wie im Unterwallis anfing, hat deutlich an Anfangsbonus verloren. Um nicht sogar von einem gänzlichen Versanden im Oberwallis zu sprechen.

Viele Turbulenzen
Als der damalige SVP-Vizepräsident Peter Tscherrig und seine Crew das Ruder im Oberwallis noch fest in der Hand hatten, waren Wahlerfolge erzielt und rasch Neumitglieder geworben. Nach dem unrühmlichen Rausschmiss des Oberwalliser SVP-Exponenten ging es rasant bergab mit der noch jungen Partei im Oberwallis. Peter Tscherrig heute: „Die Ereignisse sprechen für sich. Jeder Kommentar erübrigt sich.“ Und er fügt hinzu: „Die SVP wird in der jetzigen Konstellation keine Konkurrenz für die C-Parteien sein.“ Seither sucht die Parteispitze vergeblich nach einer neuen Vorzeige-Figur für das deutschsprachige Wallis. Im unteren Kantonsteil hat die SVP weniger Mühe. Allerdings mehren sich auch hier die Anzeichen, dass nicht mehr alle Parteimitglieder mit dem autokratischen Stil ihres Präsidenten Oskar Freysinger einverstanden sind. Zum Eklat kam es vor einem Monat mit Roger Morisod, SVP-Grossrat und früherer Unterwalliser Parteiverantwortlicher. Dieser ging in einem Interviev im Nouvelliste hart ins Gericht mit dem Kantonalpräsidenten. Demokratiedefizit und Extremismus wirft Morisod seinem grossrätlichen Banknachbarn vor.

Alles wird gut?
Am 6./7. April tagen die Delegierten der SVP Schweiz in Brig. Die Créme de la Créme der schweizerischen Mutterpartei wird anwesend sein: Bundesrat Samuel Schmid, Parteipräsident Ueli Maurer, Nationalrat Christoph Blocher etc. (Siehe Interview mit Ueli Maurer) Wird die SVP Wallis dieses strategisch wichtige Treffen zum Anlass nehmen, um endlich einen Oberwalliser Regionalpräsidenten zu präsentieren? „Nein“, lautet die einfache Antwort von SVP-Vizepräsident Fredy Ursprung. „Das Generalsekretariat hat uns von diesem Schritt abgeraten.“ – Nach dem fulminanten Auftakt der SVP an den Nationalratswahlen 1999, als die Newcomer-Partei nur knapp einen Sitz verpasste, sagte Freysinger zu den Medien: „Was jetzt nicht ist, werden wir in vier Jahren nachholen.“ Es fragt sich nur, wie. Denn der Wahlherbst 2003 naht mit grossen Schritten.

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Im Vorfeld der Delegiertenversammlung der SVP Schweiz in Brig nimmt Präsident Ueli Maurer Stellung. Seine Meinung ist klar und entgegen derjenigen des SVP Kantonalvorstandes: „Es wird zwei eigenständige Sektionen im Wallis geben.“

Warum haben Sie Brig als Austragungsort für Ihre diesjährige Delegiertenversammlung gewählt?

Wir suchen immer wieder Kantone, in denen wir noch neuere Kantonalparteien haben. Im Wallis war ja der Start nicht optimal und wir möchten mit unserer Delegiertenversammlung in Brig demonstrieren, dass uns das Wallis und insbesondere das Oberwallis wichtig sind.

Wo sehen Sie – gerade im Oberwallis – die potenzielle Wählerschaft?

Wir sind eine Partei mit bäuerlichen und gewerblichen Wurzeln, die auf dem Land gewachsen ist. Genau diese Leute leben im Oberwallis.

Oskar Freysinger, dem Walliser SVP-Kantonalpräsidenten, wird von verschiedenen Seiten (zum Teil sogar innerparteilich) vorgeworfen, zu autokratisch zu herrschen und nichts zur Integration des Oberwallis in die Kantonalpartei beizutragen. Warum stützt die SVP Schweiz den jetzigen Kantonalpräsidenten?

Wir sind eine föderalistische Partei und keine Diktatur. Es liegt an den Wallisern, ihre Vertreter zu wählen. Wenn man bedenkt, dass die etabilierten Parteien nicht auf die SVP gewartet haben, hat sich Oskar Freysinger gut geschlagen.

Wie lange kann es sich die SVP noch leisten, das Oberwallis brach liegen zu lassen?

Wir haben vor den letzten Nationalrats-Wahlen die Partei sehr schnell gegründet. Wir wollen und müssen uns jetzt Zeit lassen, eine Partei mit den Oberwallisern, für die Oberwalliser zu gründen. Nach all den Wirren wollen wir nun eine gut abgestützte Organisation auf die Beine stellen. An guten Ratschlägen fehlt es nicht.

Wenn man die Walliser Gegebenheiten etwas kennt, wird man nicht umhin kommen, einen Verantwortlichen für das Oberwallis sowie einen für das Unterwallis zu bestimmen, da ansonsten die gegenseitige Akzeptanz zu gering ist. Ist sich die SVP Schweiz dessen bewusst? Oder müsste man das Wallis aufteilen in eine SVP Ober- und eine SVP Unterwallis, so wie es die anderen Walliser Parteien auch tun?

Wir werden das Wallis ebenfalls in zwei völlig selbstständige Parteien aufteilen. Zeitlich haben wir dafür noch keinen Rahmen abgesteckt. Uns ist es wichtig, dass wir eine Organisation haben, die den Leuten entspricht. Dieses Problem haben wir am Anfang nicht erkannt.


 

 

      
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