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Schutzmassnahmen in Brigerbad sollen im Sommer realisiert werden:
Felsabbrüche bedrohen Wohngebiet


Gewaltige Felsbrocken stürzten am 28. Februar 02 ins Tal
 
Brigerbad / Nach jahrelangen Diskussionen ist der Entscheid nun gefallen: Das Steinschlaggebiet oberhalb Brigerbad soll diesen Sommer gesichert werden. Kostenpunkt: rund 400`000 Franken.

Von German Escher

28. Februar 2002, kurz vor 18.00 Uhr: Unterhalb der BLS-Bahnlinie lösen sich mehrere Felsplatten, stürzen zu Tal und kommen knapp oberhalb der Wohnhäuser und im angrenzenden Rebberg zu liegen. „Wir sind wirklich beunruhigt“, erklären die Anwohner der RZ. Und das mit gutem Grund: Der Steinschlag ist kein Einzelfall. Seit Mitte der 90er Jahre kommt es immer wieder zu grössen Felsabbrüchen. Ebenso alt sind die Forderungen nach mehr Sicherheit. Aufgrund der damaligen geologischen Gutachten war man der Ansicht, dass mit einer Sperrung für Schmalvieh die Sache geregelt sei. Doch dem ist nicht so.

Verfahren läuft seit zwei Jahren
Nach einem weiteren Felsabbruch 1998 liess die Stadtgemeinde Brig-Glis das Gefahrengebiet nochmals untersuchen und ein Vorprojekt erarbeiten. „Der Gemeinderat hat die Problematik frühzeitig erkannt und Massnahmen beschlossen“, betont Ressortchef Sepp Näpfli gegenüber der RZ. Dass selbst für notwendige Schutzmassnahmen ein langwieriges Verfahren notwendig ist, überraschte auch den Stadtrat. Im Herbst 2000 wurde das Subventionsgesuch eingereicht. Auch gegen das eigentlichen Baugesuch im November 2000 ging keine Einsprache ein. Auf mehrmaliges Drängen nahm schliesslich Kantonsgeologe Jean-Daniel Rouiller, der aufgrund der grossen Unwetter unter Arbeitsüberlastung litt, im April 2001 endlich Stellung. Das Projekt müsse redimensioniert werden, forderten die Kantonsbehörden. Mit dem Errichten einiger Maschendrahtzäune war die Gemeinde nicht einverstanden und liess das eigene Projekt durch einen Geologen nochmals überprüfen. Anfang Jahr reichte die Stadtgemeinde den neuen Bericht beim Kanton ein - und wartete erneut auf eine zügige Behandlung. Stadtrat Näpfli und seine Ratskollegen waren nicht mehr länger gewillt, die Verantwortung zu übernehmen: „Wir teilten dem Kanton mit, dass wir jede Haftung ablehnen, weil der Kanton für die Verzögerungen verantwortlich ist.“ Schliesslich soll die definitive Bewilligung in den letzten Tagen auf der Gemeinde Brig eingetroffen sein.

400`000 Franken-Projekt
„Wir haben auch eine Vorfinanzierung geprüft. Doch dann hätten wir die Subventionen verloren“, erklärt Stadtrat Näpfli die Haltung der Gemeinde. Und es geht um einige Franken. Die Kosten belaufen sich auf rund 400`000 Franken. Die Stadtgemeinde wird mit Restkosten von rund 90`000 Franken rechnen müssen. Denn von möglichen Felsabbrüchen sind nicht bloss ein oder zwei Häuser bedroht. Es sei schon an verschiedenen Stellen losgebrochen, erzählen die Brigerbadner. Punktuelle Massnahmen reichen deshalb nicht aus. Laut Auskunft des zuständigen Stadtrates Näpfli werden im Abbruchgebiet auf einer Länge von rund 450 Metern Massnahmen ergriffen. In erster Linie will man mit Steinschlagnetzen für mehr Sicherheit in Brigerbad sorgen.

Arbeiten im Sommer
Die Massnahmen sollen zügig umgesetzt werden. Spätestens bis im Herbst will man die Arbeiten abschliessen. Stadtrat Näpfli: „Die Felsabbrüche werden durch sogenannte Frostsprengungen verursacht. Deshalb ist die Gefahr im Frühjahr und Herbst am grössten.“


 

 

      
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