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Ungewohnter nächtlicher Besuch bei der Familie Messikommer im Briger Biela-Quartier
Und plötzlich schwamm ein Waschbär im Swimmingpool...


Briger Waschbär auf Eisscholle im Pool
 
Brig / Die Familie Messikommer staunte nicht schlecht: An einem Sonntagmorgen schwamm plötzlich ein Waschbär im Swimmingpool. Und das hat selbst die Fachleute überrascht.

Von German Escher

Sonntagmorgen, kurz vor 8 Uhr. Marco Messikommer traut seinen Augen kaum: „Ich sah vom Schlafzimmer hinunter ins Schwimmbad. Da erkannte ich ein Tier auf einer Eisscholle, die im halbleeren Becken trieb.“ Der Arzt und Familienvater weckt rasch seine Kinder, rennt hinunter zum Pool. Aufgrund der typischen Kopf und Augenform habe er sofort vermutet, dass es sich um einen Waschbär handelt, erinnert sich Marco Messikommer. „Das Tier war völlig durchnässt und zitterte am ganzen Körper. Wir mussten es möglichst rasch retten.“ Sobald der Eisbrocken ganz geschmolzen wäre, wäre wohl auch das Tier im kalten, halbvollen Schwimmbecken ertrunken.

Plötzlich hat er zugeschnappt
So entscheidet sich der Vater zu einer Rettungsaktion. Die Messikommers stellen eine Bockleiter in den Pool und hoffen so dem Waschbären eine Weg aus dem kühlen Nass zu bauen. Doch das eingeschüchterte Tier reagiert nicht. Vater Messikommer beschliesst, dem Waschbären selber zu helfen. Er zieht sich eine alte Lederjacke und Gartenhandschuhe an, stellt in der Nähe des Eisschollens einen Gartenstuhl ins Wasser und steht darauf. „Plötzlich hat mich der Waschbär geschnappt“, erzählt Messikommer. Der Waschbär fällt ins Wasser, erreicht so die Leiter und ergreift die Flucht. Schon war das Tier im angrenzenden Rafji-Wald verschwunden. Den Messikommers bleiben einzig die Bilder, welche die Kinder vom nächtlichen Besucher im Schwimmbad aufgenommen haben, und eine kleine Wunde an Vaters Hand. Dr. Messikommer informiert sich kurz bei einem befreundeten Wildbiologen und verabreicht sich selbst eine Spritze gegen Starrkrampf.

Zum Glück fotografiert
Der ungewohnte nächtliche Besuch ereignete sich vor einem Monat. „Zum Glück haben wir jetzt die entwickelten Bilder erhalten. Unsere Bekannten, denen wir die Geschichte erzählt haben, würden uns ansonsten wohl kaum ernst nehmen“, erzählt Marco Messikommer der RZ. Von wo das Tier kam, ist für ihn allerdings noch heute ein Rätsel. „Da Waschbären nachtaktive Tiere sind, hat es wahrscheinlich Wasser gesucht und ist dann in den halbleeren Pool gestürzt“, vermutet Ehefrau Karin Messikommer-Zurwerra. Aufgrund des Verhaltens geht Marco Messikommer davon aus, dass es sich um einen wilden Waschbären handeln muss.

Die von der RZ kontaktierten Fachleute des Bundesamts für Umwelt oder der Meldestelle für Wildtierbeobachtungen in Neuenburg waren von der Nachricht des Briger Waschbären überrascht. Ursprünglich stammt der Waschbär aus Nordamerika. Mit den US-Soldaten kam er nach Deutschland, von wo aus er auch in die Schweiz eingewandert ist. Doch die Fachleute beruhigen: „Waschbären sind für Menschen keineswegs gefährlich.“


 

 

      
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