| Brig / Oberwallis / Schwere Zeiten für
Pissvandalen in Brig. Wer beim öffentlichen Urinieren erwischt wird,
muss mit einer saftigen Busse rechnen. Damit soll wieder Recht und Ordnung
in die (Sitten-)Stadt einkehren.
Von Walter Bellwald
Was dem legendären Pinkel-Prinzen Ernst August
von Hannover recht ist, ist dem Oberwalliser Fussvolk schon lange billig.
Wird der Harndrang zu gross, lässt Mann (und Frau) die Hosen runter
und pinkelt in und an jede beliebige (Haus-)Ecke. Mit einem drastischen
Bussenkatalog will die Stadtpolizei Brig die Übeltäter
nun zwingen, ihr Geschäft künftig auf dem stillen Örtchen
zu verrichten.
150 Franken Busse
Wer auf frischer Tat beim öffentlichen Urinieren ertappt
wird, muss mit einer Anzeige rechnen, erklärt Polizeikommandant
Bruno Romano gegenüber der RZ. Die Anklage lautet: Indirekte
Beschädigung und Verunreinigung von privatem und öffentlichem
Eigentum. Die Fehlbaren müssen eine Busse von 150(!) Franken
bezahlen. Ein stattlicher Betrag! Das weiss auch Polizeipräsident
Andreas Zenklusen: Mit dieser Massnahme sollen die Leute abgeschreckt
werden, an öffentliche Gebäude und Fassaden zu urinieren.
Bis heute wurden 15 Personen verzeigt, die ihr Geschäft in der Öffentlichkeit
verrichtet haben. Vor allem Männer wurden angehalten, aber
auch eine Frau wurde gebüsst, fasst Romano den Strafenkatalog
zusammen.
Unverständnis
Vielfach reagieren die Betroffenen mit Unverständnis und Wut
auf die Polizeianzeigen. Da bekommen wir schon einiges zu hören,
erklärt Romano. Trotzdem findet auch er die Verhältnismässigkeit
der Busse angemessen. Man kann die Leute nur über ihr Portemonnaie
erziehen. Auch die Forderung nach öffentlichen Toiletten lässt
er nicht gelten Wir haben in Brig-Glis mehrere öffentliche
Toiletten, die zugänglich sind, wehrt sich der Polizeikommandant.
Wer sein Geschäft trotzdem in der Öffentlichkeit verrichtet,
muss mit einer Busse rechnen. Weil in letzter Zeit auch wieder grössere
Schäden gemeldet wurden, will die Polizei ihre Präsenz in Zukunft
verstärken. Wir können nicht länger zusehen, wie
Sodom und Gomorrha um sich greifen. Darum sind wir bemüht, wieder
Ordnung ins Zentrum zu bringen, rechtfertigt Polizeipräsident
Zenklusen das Vorgehen der Polizei.
Naters und Visp: zurückhaltender
Während die Briger Stadtpolizei rigoros gegen das öffentliche
Pinkeln vorgeht, geben sich die Natischer und Visper Behörden ein
bisschen vorsichtiger. Natürlich können wir das Beschmutzen
von öffentlichen und privaten Gebäuden nicht tolerieren,
erklärt der Natischer Polizeipräsident Hans-Peter Jossen. Aber
bei uns wird von Fall zu Fall entschieden. Das leidige Thema wird
auch in Visp diskutiert. Vor allem jetzt, wo viele Gartenterrassen
wieder aufmachen, wird wieder vermehrt in der Öffentlichkeit uriniert,
klagt Polizeichef Bruno Zenhäusern. Darum will die Gemeindepolizei
die Pissvandalen künftig im Auge behalten. Auch hier gilt: Wer sich
erwischen lässt, muss mit einer Anzeige rechnen.
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