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Runder Tisch soll Klarheit über den Verladetarif am Lötschberg schaffen
Wird Lötschberg-Autoverlad billiger?


Wird der Autoverlad durch den Lötschberg bald günstiger?
 
Goppenstein / Oberwallis / Der Streit um den Tarif beim Autoverlad am Lötschberg geht in die entscheidende Runde. In der nächsten Woche treffen sich die zuständigen Gremien am runden Tisch, um die Preispolitik der BLS unter die Lupe zu nehmen.

Von Walter Bellwald

Der Verladetarif am Lötschberg wird seit längerem von verschiedenen Seiten angeprangert und in Frage gestellt. Der Vorwurf: Die Bern-Lötschberg-Simplon Bahn (BLS) zocke die Autofahrer ab und mache jährlich happige Gewinne von bis zu 12(!) Millionen Franken auf Kosten des Wallis und seiner Feriengäste. Jetzt hat der Preisüberwacher reagiert und die entsprechenden Stellen vorgeladen.

BLS wehrt sich
Den Vorwurf nach überrissenen Verladepreisen mit einer Gewinnmarge von 80(!) Prozent lässt BLS-Sprecher Hans-Martin Schaer nicht gelten. „Wir setzen auf ein gutes und flexibles Angebot beim Autoverlad am Lötschberg“, erklärt Schaer gegenüber der RZ. „Und das kostet Geld. Wenn der Tarif am Autoverlad reduziert wird, riskieren wir längere Wartezeiten, weil wir aus finanziellen Gründen keine Verladezüge mehr in Reserve halten können.“ Darum sei der heutige Verladepreis angemessen. „Ob der Kunde einen Aufpreis von drei, vier Franken bezahlen muss, ist schlussendlich egal. Wichtig ist einzig eine flüssige Zu- und Abfahrt ohne Wartezeiten. Das ist die beste Fremdenverkehrswerbung für das Wallis und das Berner Oberland“, findet Schaer.

Klarheit am runden Tisch
Wie es sich mit den Kosten wirklich verhält, prüft derzeit Preisüberwacher Werner Marti. „Wir haben auf die nächste Woche hin Vertreter der BLS und des Bundesamtes für Verkehr (BAV) an einen runden Tisch eingeladen“, meint Marti auf RZ-Anfrage. „Dann werden wir erörtern, ob die Verladetarife angemessen sind.“ Marti will die Sache so schnell wie möglich abschliessen: „Entweder können wir uns einigen oder wir werden die Möglichkeit einer Verfügung prüfen.“ Im Klartext: Unter Umständen kann die BLS gezwungen werden, ihre Verladetarife anzupassen.

Staatsrat fordert Tarifsenkung
Die Devise der Walliser Regierung ist klar: Der Verladetarif muss drastisch gesenkt werden. „Der heutige Tarif ist eindeutig vermessen und schadet der Walliser Volkswirtschaft“, erklärt Staatsratspräsident Wilhelm Schnyder (CSP). Darum strebt der Walliser Staatsrat einen Autoverlad zum Nulltarif an. „Zusammen mit den Autoverbänden und dem Bund gilt es zu prüfen, ob man die Verladegebühren nicht über eine minimale Erhöhung der Autobahnvignette absorbieren kann.“ Vorderhand will der Staatsrat nun die Stellungnahme des Preisüberwachers abwarten. „Dann werden wir das weitere Vorgehen festlegen“, so Schnyder.


 

 

      
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