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Gemeinde Gondo verärgert über das Vorgehen der Glückskette
Glückskette verzögert Wiederaufbau


 
Gondo / Die Glückskette bekundet Mühe mit den Wiederaufbauplänen in Gondo und verzögert deshalb dieFinanzierungszusicherung. Ende Mai kommt es zu einer Aussprache zwischen derGlückskette, dem Kanton Wallis und der Gemeinde Gondo.

Von German Escher

Gemeindepräsident Roland Squaratti nimmt kein Blattvor dem Mund: "Ich bin wirklich enttäuscht und verärgert. Sokann man einfach nicht arbeiten." Der Ärger ist verständlich.In diesen Tagen wollte die Gemeinde das Baugesuch für den Wiederaufbaueinreichen und die Planungsmandate ausschreiben. "Wir wollen jetztvorwärts machen. Im Oktober wäre der Baubeginn für das Parkinggeplant." Zum Wiederaufbau-Projekt gehören zudem der Dorfplatz, dasBurgerhaus, ein Wohnblock und die Instandstellung des Stockalperturms. Dochsolange Gondo kein endgültiges Einverständnis der Glückskettehat, kann man das Projekt nicht vorantreiben.

Vorbehalte der Glückskette
Am 2. Mai hätte die Glückskette dieFinanzierungszusicherung für Gondo definitiv behandeln sollen. Doch stattder langersehnten Zustimmung erhielt die Gemeinde Gondo einen Bremser. DieKernaussage der inoffiziellen Mitteilung an den Gemeindepräsidenten RolandSquaratti: Die Glückskette-Vertreter haben auf allen Ebenen grosseVorbehalte zum Wiederaufbau von Gondo, wie er organisatorisch vorgeschlagenwird. Bemängelt wird unter anderem das fehlende Engagement des Kantons.Zudem will die Glückskette selber eine aktivere Rolle übernehmen undstrengere Bedingungen an Finanzierungsbeiträge knüpfen. Die Gemeindeihrerseits hat sich vom Projektmanager, der im Auftrag der Glücksketteseit Monaten tätig war, getrennt und eine eigene Organisation mitkompetenten Personen, die Erfah-
rung im Wiederaufbau und in Unwetterbewältigung habe, aufgebaut. Auch damitbekunden die Glückskette-Verantwortlichen offenbar Mühe.

Immer weniger für Gondo
Es ist dies nicht der erste Dämpfer, den Gondo mitder Glückskette erlebt. Noch im Januar 2001 war von 15 Millionen fürden Wiederaufbau die Rede, zwei Monate später wollte man 10 bis 12Millionen bereit stellen. Und im Februar 2002 legte sich die Glückskettedefinitv fest: Für den Wiederaufbau hat die Glückskettegrundsätzlich sieben Millionen Franken zugesagt. Und auch dieses Geldlässt nun auf sich warten. Die Gemeinde hat von der Glückskettedirekt bis heute lediglich 161'000 Franken erhalten. Damit wurden dieKosten für den Architekturwettbewerb, der auf Wunsch der Glückskettedurchgeführt und von der Gemeinde Gondo vorfinanziert wurde, gedeckt.

Aussprache in Genf
Wie lange der Wiederaufbau von Gondo von derGlückskette noch hinausgezügert wird, dürfte bis Ende Monat klarsein. Noch im Mai soll es in Genf zu einer Aussprache zwischen derGlückskette auf der einen und dem Gondoneser Präsidenten und demStaatsrat auf der anderen Seite kommen.


 

 

      
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