| Leuk-Susten / Ein langwieriger Baustreit
in der Gemeinde Leuk-Susten erregt Aufsehen. Die Baustelle im Thel steht
seit nunmehr vier(!) Jahren still und sorgt für heisse Köpfe bei
Behörden und Einwohnern.
Von Walter Bellwald
Die Baudeponie im Feriendorf Thel ist eine äusserst
schlechte Visitenkarte für die ganze Gemeinde", poltert Hans
Sieber, Präsident der IG Thel und ansässiger Wohn-eigentümer.
Seit die Gemeinde im entsprechenden Gebiet vor vier Jahren einen Baustopp
verhängt hat, geht hier gar nichts mehr. Der Grund: Anwohner, Gemeinde
und Bauherr haben sich in einem endlosen Rechtsstreit verfangen.
Überbauung Thel geplant
Vor sechs Jahren wurde mit dem Bau von zwei Mehrfamilienhäusern begonnen.
Ein Konsortium um Gaston Schmidt plante eine Überbauung im Thel mit
mehreren Appartements. Noch bevor die beiden ersten Mehrfamilienhäuser
fertigerstellt waren, verhängte die Gemeinde im August 1998 eine
Baueinstellverfügung. Für den Bau eines Schwimmbads lag kein
entsprechendes Baugesuch vor", begründet Gemeindepräsident
Gaston Oggier (SP) den sofortigen Baustopp. Dieses wurde daraufhin gleich
nachgereicht. Noch bevor das Gesuch von der Gemeinde bewilligt wurde,
hagelte es mehrere Einsprachen von Anwohnern gegen das geplante Schwimmbad
und das weitere Bauprojekt. Die IG Thel stützte sich dabei auf ein
Rechtsgutachten, das den Quartierplan aus dem Jahre 1976 für unzulänglich
erklärt. Nachdem sich die kantonalen Behörden dem Gutachten
anschlossen, wurde auch die Gemeinde hellhörig und beauftragte den
zuständigen Ortsplaner mit der Anpassung des Quartierplanes. Auch
die Wasserqualität und quantität wurde im entsprechenden
Gebiet vom kantonalen Laboratorium getestet und für unzureichend
befunden.
Bauherr wehrt sich
Eduard Roth, Geschäftsleiter der zuständigen Generalunternehmung
Refim AG, wehrt sich gegen die Vorwürfe: Wenn die Quelle im Thel
zu wenig Wasser liefert, wird aus dem Reservoir der Satellitenstation
das nötige Wasser nach oben gepumpt." Trotz Baubewilligung der
Gemeinde für das Schwimmbad (anderthalb Jahre nach dem Baugesuch!)
konnten die Bauarbeiten immer noch nicht aufgenommen werden. Für
die Unternehmer ein Schadensausfall in Millionenhöhe. Bis heute wurden
die Baumaschinen und -materialien vor Ort nicht abgeräumt. Auch ein
Baukran ragt wie ein Mahnmal in den Leuker Himmel. Nach einer Orientierungsversammlung
der Gemeinde im Januar wurden die beiden Streitparteien angehalten, sich
aussergerichtlich zu einigen. Vergebens. Obwohl die IG Thel ihre Einsprache
gegen das Schwimmbad zurückziehen wollte, beharrte die Refim AG auf
einer Entschädigung für die Bauverzögerung und die entstandenen
Umtriebe.
Langwierige Angelegenheit
Bis heute liegt noch kein definitiver Entscheid auf. Nachdem der Staatsrat
in erster Instanz die Einsprachen der IG Thel gegen die Bewilligung des
Schwimmbads abgelehnt hat, beschäftigt sich jetzt das Kantonsgericht
mit der leidigen Angelegenheit. Während die Refim AG weiterhin auf
eine Kostenentschädigung pocht, wehrt sich die IG Thel gegen eine
Konventionalstrafe. Die Länge der bisherigen Verfahren kann man uns
doch nicht anrechnen", ärgert sich Hans Sieber und verweist
auf die Behörden. Seiner Ansicht nach kümmern sich Kanton und
Gemeinde zuwenig um die leidige Angelegenheit. Gegen aussen rühmt
man sich gerne als tourismusfreund-licher Kanton, aber in Wirklichkeit
werden die ortsansässigen Feriengäste nicht unterstützt."
Bei einem Negativentscheid des Kantonsgerichts will die IG Thel eine Gegenklage
nicht ausschliessen. Ein Ende des langwierigen Rechtsstreits ist demzufolge
wohl nicht absehbar.
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