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RZ-Vergleich: Altersheim Brig-Glis ist ab August das teuerste Pflegeheim des Oberwallis

Altersheim-Plätze: knapp und teuer

 
Brig-Glis / Oberwallis / Einen Platz im Alters- und Pflegeheim zu finden ist das eine, diesen zu bezahlen, das andere. Die RZ hat die Pensionspreise im Oberwallis verglichen und festgestellt: Das Altersheim Englisch Gruss hat die höchsten Tarife. Der Pensionspreis wird ab 1. August von 94 auf 110 Franken angehoben.

Von German Escher

Wir sind über die Anpassung des Pensionspreises auch nicht glücklich", gesteht Stadtrat Peter Planche, Präsident des Stiftungsrates des Altersheims Englischgruss, gegenüber der RZ. Als Hauptgrund für die Erhöhung werden die gestiegene Anforderungen an Pflege und Betreuung und die höheren Massstäbe des Gesundheitsdepar-tementes erwähnt. Allerdings: Noch vor zwei Jahren betrug der Pensionspreis im Briger Altersheim 82,70 Franken pro Tag. Trotz des happigen Aufschlags innert zweier Jahre ist der Personalbestand zu knapp bemessen. Aufgrund der kantonalen Richtlinien hat das Altersheim Brig sogar 10 Pflegerinnen zu wenig.

Über Ergänzungsleistungen gedeckt
Mit dem neuen Tarif geht das Altersheim Brig-Glis ans Limit, das für die Ergänzungsleistungen noch berücksichtigt werden darf. Das heisst: Mit AHV und Ergänzungsleistungen sollten die Pensionskosten gedeckt sein. Erst im April hat der Staatsrat diese Grenze einheitlich auf 110 Franken festgelegt. Wir wollten damit verhindern, dass ältere Mitmenschen in Pflegeheimen auf Sozialhilfe angewiesen sind", begründet Staatsrat Thomas Burgener den Entscheid gegenüber der RZ. Die Festlegung des Tagesansatzes liegt weitgehend in der Kompetenz der jeweiligen Träger-schaften. Jene Heime, die das Limit noch nicht erreicht haben, müssen ab 1. Januar jede Erhöhung von mehr als 5 Franken pro Tag gegenüber dem Gesundheitsdeparte-ment schriftlich begründen. Die enormen Unterschiede erklärt sich der Departementsvorsteher mit den unterschiedlichen Strukturen und Finanzierungsmodellen der Heime. Eine ausserparlamentari-sche Kommission beschäftigt sich zudem mit der Erarbeitung neuer Finanzierungsgrundlagen. Dabei dürften wohl auch die Gemeinden stärker eingebunden werden. An die Altersheimkosten von rund 120 Millionen steuern die Gemeinden insgesamt nur rund eine Million Franken bei.

Krankenkassen-Anteil steigt
Die Pensionskosten sind das eine, die Pflegekosten das andere. Und auch hier drückt der Schuh gewaltig. Während der Kanton seinen Anteil seit 1998 auf 22 Mio. Franken im Jahr verdoppelt hat, stieg der Beitrag der Krankenkassen seither lediglich um 3 auf 26 Mio. (Jahr 2000). Für das laufende Jahr wollten die Altersheime von den Krankenkassen zusätzlich rund 8 Mio. Die Kassen boten 2,8 Mio. an. Für die Position der Altersheime hat Burgener durchaus Verständnis: Die Krankenkassen zahlen für die Pflege bisher zu wenig." Der Staatsrat hat jetzt einen Kompromissvorschlag von gut 5 Mio. unterbreitet. Erste Reaktionen der Vereinigung der Altersheime und der Walliser Kassen sind laut Staatsrat Burgener positiv. Allerdings fehlt noch die Zustimmung des Schweizer Krankenkassenverbandes (Santé Suisse). Falls keine Einigung zustande kommt, wird der Staatsrat einen Tarif festlegen, der vor dem Bundesrat angefochten werden kann.


 

 

      
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