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Juristische Auseinandersetzungen gefährden die Wiederinbetriebnahme des KW Mittal
Wann fliessen Stromgelder für Gampel?


KW Mittal
 
Gampel / Mittal / Die Wiederinbetriebnahme des Kraftwerks Mittal verzögert sich. Der Grund: Verschiedene wirtschaftliche und juristische Schwierigkeiten der KW Mittal AG, die aber dennoch an ihrem ursprünglichen Plan der erneuten Stromproduktion im Mittal festhält.

Von Walter Bellwald

RZ-Leser erinnern sich: Zusammen mit der Berner Firma Standard Energy gründeten innovative Kreise vor zwei Jahren die KW Mittal AG mit dem Ziel, mögliche Wasservorkommen im alten Druckstollen im Mittal aufzuspüren und die damit verbundene Möglichkeit der erneuten Stromproduktion zu prüfen. Vor einem Jahr wurde ein entsprechendes Baugesuch eingereicht, um raschmöglichst mit den Wiederinstandstellungsarbeiten der Kraftwerksanlagen zwischen Gampel und Goppenstein zu beginnen.

Unsichere Finanzierung
In der Zwischenzeit haben sich die beiden Partnerfirmen Standard Energy und Seibo AG, die für die Gründung der KW Mittal AG verantwortlich zeichnen, überworfen. Während sich die Standard Energy aus dem Geschäftsbereich zurückgezogen hat, musste die Seibo AG, die mit 80 Prozent der Hauptaktionär der Gesellschaft ist, ihren Konkurs anmelden. Die Folge: Die weitere Finanzierung der KW Mittal AG ist in Frage gestellt. Fritz Masshardt, Geschäftsführer der Standard Energy: Wir werden versuchen, den Gross-teil der Aktien aus dem laufenden Verfahren auszulösen und mit einer Partnergesellschaft das Projekt weiterzuführen." Nach Ansicht von Masshardt müssten die bereits nutzbaren Wasservorkommen (50 l/sek) turbiniert werden. Mit dem Ertrag könnte man später nach weiteren Wasservorkommen suchen.

Projekt gefährdet?
Für Adrian Zwahlen, Verwaltungsrat der KW Mittal AG und Geschäftsführer der Seibo AG, ist die Sache aber längst nicht gegessen. Seiner Meinung nach muss die mit der Geschäftsführung beauftragte Standard Energy zur Rechenschaft gezogen werden, weil sie ihre Aufsichtspflicht vernachlässigt hat: Das Konkursverfahren gegen die Seibo AG muss nochmals überprüft werden", gibt sich Zwahlen selbstsicher. Für die weitere Finanzierung der KW Mittal AG hat Projektleiter Zwahlen keine Bedenken: Wir haben mehrere Netzgesellschaften, die am Projekt interessiert sind." Inzwischen wurde auch ein hydrogeologisches Gutachten erstellt, das mögliche Wasservorkommen im entsprechenden Gebiet festhält.

Künftige Stromproduktion
Zurzeit läuft das Bewilligungsverfahren für die weiteren Arbeiten am Druckstollen und den Kraftwerksanlagen im Mittal. Ich hoffe, dass wir bald die definitive Zusage vom Kanton bekommen", gibt sich Zwahlen optimistisch. Spätestens in einem Jahr soll dann die Stromproduktion im Mittal und Klösterli wiederaufgenommen werden. Davon würde auch die Gemeinde Gampel profitieren: Für die im Baurecht zur Verfügung gestellten Anlagen würde der Gemeinde eine jährliche Entschädigung zukommen, die sich nach dem Bruttoverkaufsertrag der produzierten Strommenge richtet. Im Klartext: Bei einer Stromproduktion von 5 bis 7 Millionen kwH würde die Standortgemeinde jährlich rund 80'000 Franken einheimsen. Ob diese Gelder aber jemals fliessen werden, ist aufgrund der gegenwärtigen Situation mehr als fraglich.


 

 

      
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