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IG Gamsen und 15 weitere Einsprachen gegen geplante Hochleistungs-Antenne
Gamsner Kampf gegen Natel-Antenne


Hier soll die neue Antnenne hingestellt werden
 

Gamsen/ In Gamsen formiert sich der Widerstand gegen den Bau einer über 30 Meter hohen, leistungsstarken Natel-Antennenanlage: 15 Privatpersonen und die IG Gamsen haben gegen das Projekt eingesprochen.

Von German Escher

In der Region Brig-Glis-Naters sorgt der Bau von Natelantennen immer wieder für Gesprächsstoff und stösst auf Opposition. Nach dem Seilziehen um den Bau einer Natelanlage auf dem Dach der Migros erregt nun ein neues Projekt die Gemüter. Beim Tunnelportal der neuen Autobahn im Süden von Gamsen will die Swisscom einen über 30 Meter hohen Sendemasten aufstellen, der mit insgesamt sieben Antennen bestückt werden soll. Davon gehören drei Antennen der neuen UMTS-Generation an. Die gesamte Sendeleistung aller Antennen, die in drei Richtungen abstrahlen, beträgt rund 10`000 Watt.

Wohngebiet beeinträchtigt?
Anwohner befürchten nun eine Beeinträchtigung ihrer Wohn- und Lebensqualität. Im Umkreis von 200 Metern befinden sich laut Auskunft der Einsprecher mindestens 30 Häuser. Es mache keinen Sinn, eine solch grosse Anlage in ein Wohngebiet zu stellen. Ferner wird befürchtet, dass infolge der Antennenanlage der Markt- oder Mietwert der Liegenschaften oder Bauparzellen sinken könnte. Auf Kritik stösst auch das bauliche Ausmass. Ein 35 Meter hoher Masten passe kaum in die Landschaft, ärgert sich ein Einsprecher, der zudem nicht verstehen kann, dass während der Auflagefrist des Baugesuchs kein Baugespann erstellt worden ist. Die Einsprecher verlangen deshalb eine Verlegung der Antennenanlage ans Westportal oder ins Industriegebiet. Andernfalls sei man bereit, eine allfällige Baubewilligung rechtlich anzufechten.

Kanton ist zuständig
Im Unterschied zu anderen, umstrittenen Natelprojekten käme die geplante Antennenanlage bei Gamsen nicht direkt in der Bauzone zu stehen. Deshalb fällt das Bewilligungsverfahren nicht mehr in den Kompetenzbereich der Gemeinde. Das bestätigt auch Stadtpräsidentin Viola Amherd gegenüber der RZ: „Wir sind nicht zuständig und haben das Baudossier an den Kanton weitergeleitet.“

Grenzwerte sind eingehalten
Nebst der kantonalen Baukommission befasst sich vor allem die kantonale Dienststelle für Umweltschutz mit dem Dossier. „Die Grenzwerte sind im vorliegenden Fall eingehalten“, bestätigt Fachmann Leander Schmidt die Angaben des Baugesuchs. Deshalb kann man davon ausgehen, dass aufgrund der geltenden Rechtssprechung die Antennenanlage - allenfalls mit Auflagen - bewilligt wird. Er präzisiert zudem, dass im Oberwallis schon verschiedentlich ähnlich grosse Anlagen erstellt worden sind. Bei der im Gesuch angegebenen Sendeleistung handle es sich um Maximalwerte, die laut Kanton kaum je erreicht würden. Zudem kann der Kanton nach der Inbetriebnahme der Anlage Nachmessungen verlangen.

10% der Bevölkerung sind elektrosensibel
Der Schutz vor sogenannter nichtionisierender Strahlung (NIS) sorgt in der Schweiz immer wieder für Gesprächsstoff. Umstritten ist die Höhe des Grenzwertes. Auch die kantonale Dienststelle bestätigt, dass im Wallis vereinzelt Personen über Schlafstörungen etc. geklagt haben. Aufgrund der bisherigen Erfahrungen in der Schweiz geht man davon aus, dass rund 10 Prozent der Bevölkerung elektrosensibel reagiert. Zu den Ursache können dabei Natelantennen ebenso gehören wie Hochspannungsleitungen oder Radiowecker.

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