D i e   a u f l a g e s t ä r k s t e   Z e i t u n g   d e s   O b e r w a l l i s

      
Baubewilligung für drei neue Einfamilienhäuser in Gondo nicht erteilt
Kanton erschwert den Wiederaufbau

 
Gondo / Das Seilziehen um den raschen Wiederaufbau in Gondo geht weiter. Neuestes Kapitel im Trauerspiel: Die kantonale Baukommission verweigert der privaten Bauherrschaft die Bewilligung zum Bau von drei neuen Einfamilienhäusern. Offenbar sind die Projekte aus denkmalpflegerischer Sicht zu zeitgemäss.

Von German Escher

Zuerst erschwerte die Glückskette mit ihrer zögerlichen Haltung den raschen Wiederaufbau von Gondo. Und jetzt stellt sich auch die kantonale Baukommission quer und verärgert damit die private Bauherrschaft. Die Geschwister Squaratti wollten unterhalb der Strasse, wo einst ihre Wohnhäuser standen, möglichst zügig den Wiederaufbau an die Hand nehmen. Verschiedene Projekte wurden erarbeitet. Im Gespräch mit der Wettbewerbskommission einigte man sich schliesslich auf den Bau von drei Einfamilienhäusern.

Kanton zuständig
Am 4. März reichte die Bauherrschaft bei der Gemeinde das Baugesuch ein. Diese stimmte dem Vorhaben zu. Weil die Gemeinde über keinen homologierten Nutzungsplan verfügt - das Dossier ist seit 1995 in Sitten - hat Gondo auch keine eigentliche Bauzone. Auch Projekte im Dorf gelten deshalb als Bauten ausserhalb der Bauzone und müssen vom Kanton genehmigt werden. Am 10. April war das Baugesuch bei der Kantonalen Baukommission (KBK). Statt das Bauprojekt zügig zu bewilligen, wurde das Dossier der Denkmalpflege weitergeleitet. Am 25. Juni traf sich ein Vertreter der kantonalen Baukommission mit der Bauherrschaft, um die gewünschten Anpassungen zu diskutieren. In der Folge liess die Bauherrschaft das Projekt überarbeiten und reichte der kantonalen Baukommission (KBK) die neuen Pläne ein. Und auch diese stiessen bei der KBK auf wenig Wohlgefallen. Die Baukommission wünscht eine weitere Projektüberarbeitung.

Monolith statt Erker?
Die Geschwister Squaratti wollten drei zeitgemässe Einfamilienhäuser mit grossen Balkonen und Erkern, die laut Auskunft von Architekt Maurice Rothen eine optimale Sonneneinstrahlung ermöglichen. Anders die Vorstellungen der KBK: „Die Einzelgebäude treten in ihrer äusseren Erscheinung als einfach gestaltete Monolithen auf.“ Um die schlichte Kubatur nicht zu zerstören, will die kantonale Baukommission nur zurückversetzte Balkone, sogenannte Loggien, zulassen. Auch die Anordnung und Grösse der Fenster möchte man den Bauherren vorschreiben. Doch diese stellen sich auf den verständlichen Standpunkt: Wir bezahlen unser Haus selber, also soll es auch nach unseren Vorstellungen gebaut werden.

Die Gemeinde ist um jeden froh, der seine Zukunft in Gondo sieht und gibt den Bauwilligen entsprechend Rückendeckung. Der Wettbewerb sei nur für die Bodeneigentümer nicht verbindlich, wird seitens der Gemeindeverwaltung auf Anfrage erklärt. Der Gemeinderat hat deshalb beim Staatsrat gegen das Vorgehen der KBK interveniert. Gemäss RZ-Recherchen soll es noch diese Woche zu einer Aussprache in Sitten kommen.


 

 

      
Heute & morgen

/

/


RZ-Newsletter
Email-Adresse eingeben und Sie werden informiert:
Suchen


Have a look at: