| Wallis / Der Bundesrat will einen Gesetzesentwurf
lancieren, um die Schwarzarbeit zu bekämpfen. Der Kanton Wallis aber
wollte nicht warten, bis sich in Bundesbern etwas bewegt. Vor gut einem
Jahr wurde die Kantonale Kommission zur Bekämpfung der Schwarzarbeit
ins Leben gerufen. Diese hat allein im ersten Jahr schon über 750 Verstösse
aufgedeckt.
Von Ruth Seeholzer
Schwarzarbeit ist weder ein Kavaliersdelikt,
noch darf sie sich zum Volkssport entwickeln. Diese Meinung vertritt
Gewerkschaftssekretär Beat Anthamatten mit Vehemenz. Die Zahl der
illegal Erwerbstätigen in der Schweiz wird auf 300000 geschätzt,
wobei sie nicht prioritär von AusländerInnen geleistet wird.
Ebenso wenig ist die Schwarzarbeit ein Merkmal bestimmter Branchen. Schwarzarbeit
lässt sich weder auf die sogenannt klassischen Bereiche
wie auf das Baugewerbe oder auf das Gastgewerbe beschränken. Die
Schwarzarbeit blüht überall, auch im Dienstleistungssektor und
hinter privaten Türen, hält Beat Anthamatten von der GBI
fest.
Wallis an der Front
Eigentlich sind sich alle einig, sowohl die Arbeitgeberverbände
wie die Gewerkschaften als auch die Politiker: Schwarzarbeit ist schädlich
für die schweizerische Volkswirtschaft. Nur sind die meisten Voten
bis heute blosse Lippenbekenntnisse geblieben. Ganz anders der Kanton
Wallis. Wie vor ihm nur die Kantone Genf und Waadt hat der Grosse Rat
des Kantons Wallis 1999 ein Dekret betreffend die Bekämpfung der
Schwarzarbeit erlassen. Mit der Ausführung dieser Aufgabe hat der
Staatsrat eine Kantonale Kommission beauftragt, welche zu gleichen Teilen
aus Vertretern der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerkreise sowie des Staates
zusammengesetzt ist. Seit Herbst 2000 sind drei Inspektoren im Einsatz.
Der Anfang ist gemacht
Die Anzahl der in dieser Zeitspanne aufgedeckten
Fälle ist aus nebenstehender Statistik ersichtlich. Allerdings können
mehrere Verstösse bei einem einzigen Fall auftreten. Allen ist klar:
Die Kommission und die zur Aufdeckung eingesetzten Inspektoren haben ihre
Aufgaben gemacht. Und doch ist das erst der Anfang. Vor allem im Zusammenhang
mit dem Freien Personenverkehr, welcher mit den Bilateralen Verträgen
mit der EU auf die Schweiz zukommen wird, wird man die Kontrollen verstärken
müssen. Bis dahin wird der Kanton Wallis aber den meisten anderen
Kantonen mit Wissen und Erfahrung voraus sein.
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