| Brig / Naters / Die FO-Ostausfahrt ist auf
gutem Weg. Gemäss RZ-Recherchen steht die Vereinbarung zwischen SBB
und FO kurz vor der Unterzeichnung. Das Ziel: Mit der Inbetriebnahme des
neuen Bahnhofs in Visp soll auch die Ostausfahrt in Brig stehen.
Von German Escher
Noch will es niemand offiziell bestätigen, was
demnächst unterzeichnet wird: FO und SBB sind sich in Sachen FO-Ostausfahrt
weitgehend einig. Das Trassee und die Kosten sind festgelegt. Statt der
ursprünglich rund 100 Millionen Franken wird die Ost-Ausfahrt die
FO in etwa einen Viertel davon kosten. Hinzu kommen Anpassungen, welche
zulasten der SBB gehen werden.
Baubeginn Ende 2003
Laut RZ-Recherchen möchte man mit den Bauarbeiten bereits Ende
nächstes Jahr beginnen. Das Ziel ist klar: Bei der Inbetriebnahme
des neuen Vollknotens, also des neuen Visper Bahnhofs, soll auch die FO-Ostausfahrt
bereit sein. Die Zugskompositionen der bis dann fusionierten FO/BVZ sollen
ab diesem Zeitpunkt durch den Briger Bahnhof hindurch und am südlichen
Rande des SBB-Areals in Richtung Goms rollen. Die Einsparnisse für
die Schmalspurbahn werden beachtlich sein, meint ein Bahnkenner
gegenüber der RZ und fügt hinzu: Die NEAT wird die Eisenbahnlandschaft
im Oberwallis grundlegend verändern. Auch im öffentlichen Regionalverkehr
wirds einen Quantensprung geben. Aber die Voraussetzungen müssen
stimmen. Damit sind nicht nur bauliche, sondern auch Marketingmassnahmen
gemeint.
Hochbahnhof bis 2012?
Die Vereinbarung mit den SBB wird auch den künftigen Hochbahnhof
der Schmalspurbahnen regeln. Konkret bedeutet dies: Die FO-BVZ-Züge
würden auf das heutige Perron 1 der SBB verlegt. Der gesamte Bahnhofplatz
würde von Zugskompositionen befreit. Und die lästige Warterei
beim Bahnübergang auf der neuen Verbindungsstrasse zwischen Brig
und Naters entfällt. Dieses Projekt dürfte laut RZ-Recherchen
aber erst im Zuge der Neukonzipierung der Geleise- und Sicherheitsanlage
in Angriff genommen werden. Und das wird frühestens nach der Fertigstellung
des neuen Visper Bahnhofs der Fall sein. Die Inbetriebnahme des Hochbahnhofs
der Schmalspurbahnen könnte dann in rund zehn Jahren, also 2012 erfolgen.
Riesenchance für Naters
Das sind gute Nachrichten für
Naters, meint Gemeindepräsidentin Edith Nanzer zu den RZ-Recherchen.
Allerdings: Noch ist die Gemeinde Naters nicht offiziell über das
Projekt und den Zeitplan informiert worden. Zwar würde künftig
kein Zug mehr in Naters halten. Aber grundsätzlich überwiegen
die Vorteile. Nur schon aus Sicherheitsgründen ist das Wegfallen
des Schienenstrangs zu begrüssen. Die Realisierung der FO-Ostausfahrt
eröffne der Ge-meinde Naters vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten,
sagt Gemeindepräsidentin Edith Nanzer. Etwa die Verwirklichung eines
attraktiven Fuss- und Veloweges auf dem heutigen FO-Trassee würde
Naters als Wohngemeinde weiter aufwerten. Angrenzend zum FO-Bahnhof ist
die Gemeinde bereits heute Bodeneigentümerin. Auch hier eröffnen
sich mit dem Erwerb des FO-Geländes interessante Perspektiven.
|