| Steg / Die Schliessung der Scintilla Steg
hat auch gravierende Folgen für die Eingliederungs- und Dauerwerkstätte
in Steg. Rund ein Drittel des Auftragsvolumens geht verloren. Jetzt sollen
neue Auftraggeber das Loch stopfen.
Von Walter Bellwald
Natürlich ist das ein Dämpfer für
unsere Werkstätte, gibt sich Betriebsdirektor Christian Venetz
realistisch. Trotzdem bin ich optimistisch, dass wir den Ausfall
mehrheitlich wettmachen können. Ganz so einfach dürfte
sich die Suche nach Ersatzaufträgen allerdings nicht gestalten. Immerhin
umfasst das Auftragsvolumen der Scintilla an die Eingliederungs- und Dauerwerkstätte
Steg jährlich rund 1,1 Millionen Franken. Nach der Schliessung der
Scintilla Steg reduziert sich das Auftragsvolumen um rund 350000
Franken. Ein stattlicher Betrag!
160 Angestellte
Die Dauer- und Eingliederungswerkstätte Steg untersteht dem Oberwalliser
Verein zur Förderung geistig Behinderter und beschäftigt rund
160 Angestellte, wovon 20 Personen für die Ausbildung zuständig
sind. In den Werkstätten arbeiten geistig und mehrfach Behinderte,
psychisch Kranke sowie teilinvalide Menschen. Die Eingliederungs- und
Dauerwerkstätte ist in drei verschiedene Bereiche aufgeteilt: Beschäftigungswerkstätte,
Eigenproduktion und Produktionswerkstätten. Hier werden die verschiedensten
Erzeugnisse hergestellt. Ein Grossteil davon für die Scintilla AG.
Vor allem im Montagebereich sind wir für die Scintilla tätig,
erklärt Abteilungsleiter Roland Jäger. Neben verschiedenen Lötarbeiten
werden hier auch Fertigerzeugnisse wie Akku-Gras-, Stoff- oder Blechscheren
sowie Bohrmaschinen montiert, verpackt und ausgeliefert.
Verhandlungen laufen
Das Auftragsvolumen der Scintilla beträgt fast 70 Prozent
der Produktion, weiss Christian Venetz. Durch die Schliessung des
Standorts Steg fällt rund ein Drittel davon weg. Wir sind bemüht,
den Schaden in Grenzen zu halten, erklärt Scintilla-Direktor
Marzell Chanton auf RZ-Anfrage. Wir werden uns vorbehalten, im Bereich
Schneidwerkzeuge oder Sägeblätter den Produktionsauftrag zu
steigern. In dieser Sparte war bisher vor allem die Werkstätte
in Bitsch tätig. Wir werden prüfen, ob ein Teil davon
künftig in Steg produziert werden kann, meint Betriebsdirektor
Christian Venetz. Trotzdem ist ein drastischer Auftragseinbruch unvermeidlich.
Nichts desto trotz geben sich die Verantwortlichen für die Zukunft
optimistisch. Venetz: Wir suchen neue Auftraggeber und haben schon
erste Kontakte geknüpft. Die Schliessung der Scintilla in Steg
und der damit verbundene Auftragseinbruch für die Dauer- und Eingliederungswerkstätte
Steg beschäftigt auch die Kantonsregierung. Eine staatsrätliche
Arbeitsgruppe soll sich mit der Thematik befassen und nach möglichen
Lösungsansätzen suchen.
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