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Ein Postulat im Grossen Rat verlangt die Aus- und Weiterbildung von Gemeinderäten
Was Hänschen nicht lernt...

 
Sitten / Das Führen und Leiten einer Gemeinde will gelernt sein. Doch die meisten (Oberwalliser) Gemeinden lassen ihre frischgebackenen Gemeinderäte ins kalte Wasser springen, ohne sie mit einem Wissenspolster auszurüsten. Das soll sich, wenn es nach dem Vorschlag von CVPO-Grossrat Beat Abgottspon geht, ändern.

Von Ruth Seeholzer

„Ich wurde hineingeworfen und musste schwimmen!“ – Beat Abgottspon, zwölf Jahre lang Gemeindepräsident von Staldenried, wurde 1989 in den Gemeinderat und gleichzeitig auch noch ins Präsidium gewählt. Ein Schock für einen Polit-Neuling? „Es war für mich nicht ein riesengrosses Problem“, gibt der studierte Betriebswirtschaftler zu. „Aber natürlich musste ich mir wie alle anderen auch das Wissen selber erarbeiten.“

Ungewissheit für Neulinge
Zu Beginn jeder neuen Legislaturperiode treten in praktisch allen 160 Walliser Gemeinden neue Gemeinderäte ihr Amt an. Meistens tun sie das ohne Erfahrung in ähnlichen Funktionen. „Der Start für die neuen Gemeinderäte ist deshalb meistens auch um so schwerer und ungewisser“, meint der CVPO-Grossrat. Seiner Meinung nach mag das mit ein Grund sein, weshalb sich die Suche nach Gemeinderäten in vielen Gemeinden als schwierig erweist. Daher fordert Beat Abgottspon in einem Postulat den Staatsrat auf, die Gemeinderäte auf ihre Aufgaben und Funktionen vorzubereiten.

Schulung und Weiterbildung
Konkret sollen künftige Gemeinderäte an Einführungsseminaren und Schulungen teilnehmen. Weiter verlangt Abgottspon die Abgabe eines Handbuchs für Gemeinderäte, in welchem die gesetzlichen Grundlagen, die Verwaltungsgrundsätze, finanzielle Kennzahlen usw. enthalten sind. Und last but not least sollen, wenn es nach dem CVPO-Grossrat geht, auch gestandene Gemeinderäte in den Genuss von Fortbildung kommen.

Unterstützung
„Ich finde das eine interessante Idee“, meint Viola Amherd, Stadtpräsidentin von Brig-Glis und Präsidentin des Vereins der Oberwalliser Gemeinden. Ihr sei es nämlich genau gleich gegangen, als sie neu im Briger Stadtrat sass. Allerdings möchte sie diese Aus- und Weiterbildung den Gemeinderäten nicht zwingend vorschreiben. Auch glaubt sie nicht, dass dadurch mehr Leute motiviert werden, sich in der Gemeindepolitik zu engagieren. „Der Job im Gemeinderat findet heute kaum mehr Anerkennung“, meint die Politikerin. „Den Dank der Leute kann man sich, im Gegensatz zu früher, schenken.“ Das Postulat von Grossrat Abgottspon wurde nicht bekämpft. Das heisst, dass es in einer der nächsten Sessionen im Grossen Rat behandelt wird. „Mit guter Chance auf Erfolg“, wie der Staldenrieder meint.


 

 

      
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