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Publikumstag am 19. Oktober und offizielle Eröffnung am 25. Oktober 2002


 
Brig / Eyholz / Am 25. Oktober 2002 ist es soweit: Ab diesem Datum wird das Oberwallis keine autobahnfreie Zone mehr sein - nach fast 30 Jahren Grabenkämpfen.

Von Walter Bellwald

Politische Scharmützel und Querelen pflasterten den beschwerlichen Autobahnweg und sorgten für gewaltige Verzögerungen bei Planung und Bau. Denn bereits im Sommer 1975 wurde das generelle Projekt für den Autobahnabschnitt Brig – Visp genehmigt. Nächste Woche, über 27 Jahre später, wird das Bauwerk eröffnet.

215 Millionen Projekt
Dabei ist der besagte Autobahnabschnitt nur knapp drei Kilometer lang und führt von Eyholz nach Brig-Glis. Die beiden Tunnels Gamsen Süd und Gamsen Nord, die auf einer Länge von je knapp einem Kilometer das Dorf südlich umfahren, sind dabei die Kernstücke dieses Autobahnabschnitts. Weiter im Projekt enthalten ist die 80 Meter lange Autobahnbrücke A9 über die Gamsa. Dem Autobahnbau voraus ging die Verlegung der Kantonsstrasse T9 und der Bau der Rhonebrücke nach Brigerbad, die seit September 2000 in Betrieb sind. Die Kosten für das ganze Teilstück belaufen sich auf rund 215 Millionen Franken. Im Herbst 1998 wurde mit dem Bau des Abschnitts begonnen: 25(!) Jahre nach der Bewilligung des allgemeinen Projekts und in vier Jahren Bauzeit von einem Konsortium verschiedener Baufirmen fertig gestellt. Schon seit längerer Zeit ein Blickfang sind der bereits eröffnete Werkhof und das administrative Gebäude der A9 in Gamsen.

Nicht nur Geld für die Strasse
Zum Teil den Befürchtungen und Einwänden der Umweltverbände folgend, wurden verschiedene Arbeiten miteinbezogen, welche den Einfluss des Verkehrs auf die Umwelt begrenzen sollen. 730 Meter Lärmschutzwände sollen Brigerbad schützen, der Tunnel unter Gamsen hindurch schluckt ebenfalls den Lärm und im Osten des Tunnels wurde ein Schallschutz mittels Steinkörben errichtet. Auch der Fauna und Flora wurde besonderes Augenmerk geschenkt. Die Errichtung von Biotopen wurde vorangetrieben (z.B. Chrottugraben südlich des Kreisels Bildacker). Die Bepflanzung der Gamsaufer, die Gestaltung naturnaher Böschungen und Errichtung von Wildschutzzäunen und Wildpassagen sind weitere wichtige Schutzmassnahmen, die getätigt wurden.

Ersatz für verletzte Natur
Ersatzmassnahmen sorgen dafür, die Eingriffe in die Natur zu kompensieren. So soll in der Gamsa etappenweise ein naturnahes Auengebiet entstehen. Die Neugestaltung umfasst eine Flusslandschaft mit stehenden Gewässern, Feuchtzonen, Auenwäldern, Kies- und Sandbänken u.a.m. Weitere Ersatzmassnahmen sind die Aufforstung der alten Landmauer, die Neugestaltung des Grüngürtels Gamsen, die Anlegung einer Sumpflandschaft südlich des Werkhofs der A9 und die Aufwertung des Biotops Brigerbad.

Ungelöste Verkehrsprobleme
Mit der Eröffnung des Autobahn-teilstücks Eyholz – Brig-Glis sind die Verkehrsprobleme im Oberwallis aber nicht gelöst. Der VCS befürchtet gar, dass sich dadurch die Lage in Visp noch verschlechtern wird (siehe Interview). Zudem sind bei der Autobahnabfahrt in Eyholz die Rückstaus vorprogrammiert. Auf diesem Abschnitt müssen sich die Autofahrer/innen auch künftig in Geduld üben, um ans Ziel zu gelangen. Die komplizierten Knoten der Oberwalliser Verkehrspolitik wie die Umfahrung von Visp oder der Autobahnabschnitt Visp West harren nach wie vor der Entwirrung.


 

 

      
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