| Oberwallis / Katzenjammer in Tourismuskreisen.
Die Landesausstellung Expo.02 hat ihre Spuren auch in den Oberwalliser Feriendestinationen
hinterlassen. Vor allem Schulklassen und Tagesausflügler blieben aus.
Die RZ hat nachgefragt.
Von Walter Bellwald
Der Tagestourismus war diesen Sommer stark
rückläufig, bemerkt Peter Salzmann, Direktor von Leukerbad
Tourismus. Auch die Schul- und Gruppenausflüge auf die Gemmi
blieben klar unter den Erwartungen. Nach Auskunft des zuständigen
Hoteliers seien bis zu viermal weniger Schulklassen auf die Gemmi gekommen.
Der Grund: Die Expo.02 und das missliche Sommerwetter.
Weniger Gäste
Die Expo.02 war für den Tourismus sicher nicht von Vorteil,
meint Andreas Angst, Geschäftsleiter von Goms Tourismus. Vor allem
das Tagesgeschäft im Tourismus wurde durch die Landesausstellung
negativ beeinflusst. Neben der Expo.02 seien noch andere Faktoren für
das schlechte Sommergeschäft mitverantwortlich. Die harzige
Konjunktur und das miese Sommerwetter waren nicht gerade förderlich
für den Tourismus, erklärt Angst. Trotzdem hätten
einige (Hotel-) Betriebe eine positive Sommersaison hinter sich. Vor
allem Betriebe mit langjährigen Stammgästen haben sogar leicht
zugelegt, stellt Angst fest.
Auch die Bahnen klagen
Nicht nur die Tourismusdestinationen, auch die Bahnen klagen über
das schlechte Tagesgeschäft im Sommertourismus. Peter Rüttimann,
Betriebschef der Furka-Oberalp-Bahnen (FO): In den Bereichen Schulen-
und Gruppenausflüge mussten wir einen starken Rückgang hinnehmen.
Neben dem Schlechtwetter macht Rüttimann die Landesausstellung für
die rückläufigen Zahlen verantwortlich. Auch für Helmut
Biner, Marketingleiter der BVZ/GGB Gornergrat-Bahnen, war die Expo.02
eine starke Konkurrenz. Allein im Monat Juni verzeichneten wir im
Schulreisesektor einen Einbruch von 27 Prozent, weil alle an die Expo
gefahren sind. Auch in den restlichen Sommermonaten sei ein latenter
Rückgang festzustellen.
Unsichere Wirtschaftslage
In den grossen Tourismusorten Zermatt und Saas Fee ist das Expo-Trauma
weniger ausgeprägt, obwohl auch hier die (Übernachtungs-)Zahlen
rückläufig sind. Für Daniel Luggen, Marketingleiter Zermatt
Tourismus, ist vor allem die unsichere Wirtschaftslage und die angespannte
politische Situation für das Fernbleiben der Gäste mitverantwortlich.
Auf dem japanischen und amerikanischen Markt haben wir rund einen
Drittel eingebüsst, erklärt Luggen. Dagegen hatten
wir nur einen leichten Rücklauf an Schweizer Gästen. Auch
in Saas Fee sieht man die Lage weniger dramatisch. Wir haben die
Expo nicht gespürt, gibt sich Tourismusdirektor Simon Bumann
überzeugt. Seiner Meinung nach ist das harzige Sommergeschäft
auf andere Faktoren zurück zu führen. Das Schlechtwetter,
die unsichere Wirtschaftslage und die latente Flugangst waren sicher nicht
förderlich für den Sommertourismus, meint Bumann.
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