| Oberwallis / Vor bald einem Jahr wurde dem
Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn Gebiet das Unesco-Weltnaturerbe zugesprochen.
Noch wurden die (zu hohen) Erwartungen allerdings nicht ganz erfüllt.
Jetzt endlich soll ein Managementplan entwickelt werden, um eine wirtschaftliche
und nachhaltige Entwicklung anzustreben.
Von Walter Bellwald
Das lange Warten hat ein Ende. Bis im Dezember
soll das Management stehen, erklärt Edith Nanzer-Hutter, Präsidentin
des Vereins Unesco-Weltnaturerbe. Noch gibt man sich bedeckt, wer im Management
Einsitz nehmen soll. In diesen Tagen suchen wir mit den entsprechenden
Personen nochmals das Gespräch. Ziel ist es, sowohl auf Berner
wie auf Walliser Seite auf Anfangs Jahr ein Subcenter zu eröffnen,
das die administrativen Aufgaben übernehmen und koordinieren soll.
Wenig (Unesco-)Touristen
Im ersten Jahr nach der Vergabe des Unesco-Labels geben sich die Tourismusverantwortlichen
eher zurückhaltend. Der erhoffte Gästestrom blieb aus und die
Umsetzung des Managementplans zieht sich schleppend hin. Mit der
Vergabe des Unesco-Labels wurden unter den Touristikern viele Hoffnungen
geweckt, die sich allerdings nur zum Teil erfüllten, zieht
Bernhard Stucky, Geschäftsführer von Bettmeralp Tourismus, eine
erste Bilanz. Dabei wurden Befürchtungen geäussert, dass
ein Touristenstrom die Gegend überlaufen könnte. Die Ernüchterung
folgte auf den Fuss. Die vermeintlichen (Unesco-)
Touristen blieben aus. Stattdessen gähnende Leere in vielen Hotel-
und Parahotelleriebetrieben. Mit ein Grund für das Ausbleiben der
Feriengäste sei sicher das schlechte Sommerwetter, meint Stucky.
Anderseits harze es aber auch bei der Vermarktung des Labels und der Kommunikation
zwischen Unesco-Verantwortlichen und dem Tourismus. Wir müssen
endlich etwas tun, meint Stucky. Sonst droht uns im nächsten
Sommer noch ein grösseres Fiasko.
Vierjährige Umsetzungsphase
Nach Edith Nanzer-Hutter braucht die Vermarktung des Unesco-Weltnaturerbes
eine gewisse Zeit. Jammern hilft hier nicht weiter, ist die
Präsidentin überzeugt. Man muss gewisse Strukturen aufbauen,
damit wir arbeiten können. Weiter appelliert die Natischer
Gemeindepräsidentin an die Eigeninitiative in der Tourismusbranche.
Wir können nur die Rahmenbedingungen schaffen. Bei der Umsetzung
des Unesco-Labels ist jede/r einzelne gefordert. Nach einem Jahr
will man nun endlich mit der Einsetzung eines Managements und der Ausarbeitung
eines entsprechenden Plans vorwärtsmachen. Der Managementplan
soll innert vier Jahren erarbeitet werden. Die Umsetzung soll parallel
dazu erfolgen. Auch die Standortfrage des Dialogcenters scheint inzwischen
geklärt. Alle Gemeinden innerhalb des Unesco-Perimeters hätten
sich für den Standort Naters ausgesprochen. Das Dialogcenter soll
mit dem Gardemuseum im alten Gertschen-Areal zu stehen kommen.
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