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Gerichtsstreit zwischen Procontas und dem Bahnpolizeiunternehmen Securitrans
Procontas fühlt sich hintergangen

 
Siders / Die private Überwachungsfirma Procontas wehrt sich gegen das mächtige Bahnpolizeiunternehmen Securitrans. Der Vorwurf an die SBB- und Securitas-Tochter: Vertragsbruch.

Von Walter Bellwald

Vor einem Jahr hatte Procontas-Geschäftsführer Markus Hauser einen grossen Überwachungsauftrag der Securitrans übernehmen könnnen. In der Zwischenzeit haben sich die beiden Parteien verkracht. Der Grund: Die Securitrans hat den Vertrag vorzeitig aufgelöst. Jetzt steht der SBB-Tochter eine Betreibung über 700‘000(!) Franken ins Haus.

Der Auftrag hatte es in sich: Die Procontas konnte im Dezember 2001 für die Securitrans bahnpolizeiliche Bewachungsaufgaben im grösseren Rahmen übernehmen. Dabei einigte man sich auf einen Vertrag über ein Jahr. Nach Sonntags Blick wurde sogar von einem Dreijahres-Engagement gesprochen. In einem Vorvertrag sei überdies eine garantierte, jährliche Stundenleistung von 1800 Stunden pro Mitarbeiter zugesichert worden. Nur so lohnten sich die grossen Investitionen wie die Suche nach festangestellten Mitarbeitern, deren Ausbildung und ärztliche Tests. Zu Beginn wurden fünf neue, festangestellte Bahnwächter eingestellt. 14 SBB-Wächter waren das erklärte Ziel.

Betreibung eingeleitet
Nur einen Monat später, im Januar 2002, wurden von der Securitrans Stelleninserate für Bahnwächter ausgeschrieben. Weitere zwei Monate später der Hammer: Der Vertrag mit Procontas wurde ohne Angaben von Gründen aufgelöst, obschon er eigentlich erst nach einem Jahr mit einer Kündigungsfrist von vier Monaten hätte gekündigt werden können. Nach heftiger Intervention von Hauser erklärte sich die Securitrans bereit, die Mitarbeiter zu übernehmen und für Kosten und entgangenen Gewinn zu zahlen. Weil die SBB-Tochter ihr Versprechen wieder rückgängig machte, nahm Hauser juristische Hilfe in Anspruch. Daraufhin wurde die Betreibung über fast 700‘000 Franken eingeleitet. In Bern wird der geprellte Wächter jetzt von Ralph M. Zloczower, Anwalt und Präsident des schweizerischen Fussballverbandes (SFV), vertreten.

Rechtsvorschlag erhoben
„Die Forderung von Procontas ist völlig ungerechtfertigt,“ wehrt sich Urs Balzli, Leiter Finanzen bei der Securitrans, gegen die Betreibung. Darum hat man Rechtsvorschlag erhoben. Nach Ansicht der Securitrans wurde der Vertrag aufgelöst, weil sich Procontas nicht an die vertraglichen Bedingungen gehalten habe. Nähere Einzelheiten über den vorzeitigen Vertragsausstieg wollte Balzli nicht nennen. Nur soviel: „Eine Zusammenarbeit unter den gegebenen Umständen war nicht mehr möglich.“ Demgegenüber hält Hauser fest, dass sich seine Firma nichts habe zuschulden kommen lassen. „Im Gegenteil: Wir haben grosses Lob für unsere Arbeit eingeheimst und vorbildlich gearbeitet.“


 

 

      
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