| Leuk-Susten / Ein Teil
des Leuker Golfrasens muss abgetragen und neu angesät werden. Darauf
haben sich die Umweltverbände und die Golf Leuk AG bei einer Begehung
anfangs November geeinigt. Allerdings: Noch ist unklar, was für eine
Variante angewendet wird.
Von Walter Bellwald
Wir waren im Recht, sagt Doris Zurwerra von der Pro Natura
gegenüber der RZ. Rund fünf Hektaren Rasenfläche
müssen abgetragen werden. Jetzt wird abgeklärt, ob der
Rasen mit chemischen(!) Mitteln abgebrannt wird oder ob die Fläche
abgetragen werden muss.
Golfrasen statt Heublumen
RZ-Leser wissen: Die Oberwalliser Umweltverbände und die Golf
Leuk AG liegen sich in den Haaren. Der Grund: Nach Ansicht von WWF und
Pro Natura wurde auf dem Golfplatz Leuk ein Grossteil der Fläche
(3 5 Hektaren) falsch eingesät. Entgegen der Vereinbarung
mit den Umweltverbänden habe man anstelle von Heublumensaat (Trocken-
wiesen und Wässermatten) Golfsamen verwendet. Jetzt wehren sich die
Umweltverbände und fordern Wiedergutmachung. Im Klartext: Die besagte
Rasenfläche soll abgetragen und neu angesät werden.
Widersprüchliche Angaben
In einer gemeinsamen Begehung anfangs November haben die beiden Parteien
zusammen mit den zuständigen kantonalen Stellen die Situation vor
Ort begutachtet. Dabei wurde festgestellt, dass rund fünf Hektaren
falsch eingesät sind, erklärt Doris Zurwerra. Demgegenüber
widerspricht Marc Wyer von der ökologischen Baubegleitung: Knapp
zwei Hektaren entsprechen nicht der vorgegebenen Naturfläche.
Jetzt wird abgeklärt, wie der Golfrasen auf besagter Fläche
wirkungsvoll beseitigt werden kann. Zur Diskussion steht unter anderem,
dass die Rasenfläche mit einem chemischen Mittel abgebrannt wird.
Es soll ein Mittel geben, das leicht abbaubar ist und nicht tief
in die Erde geht, meint Zurwerra. Um was für ein Mittel es
sich dabei handelt, ist noch nicht klar. Wir verlangen eine genaue
Abklärung und einen Beschrieb des entsprechen Mittels. Dann schauen
wir weiter.
Kostenfrage
Den Winter über bleiben die Arbeiten am Golfplatz eingestellt.
Das Abtragen oder Abbrennen des Rasens wird erst im Frühling erfolgen.
Ob dabei ein chemisches Mittel zum Einsatz kommt, scheint mehr als fraglich.
Die Umweltverbände werden sich kaum für eine Variante aussprechen,
die der Umwelt mehr schadet als nützt. Anderseits dürfte die
Wiederinstandstellung der Naturfläche auch eine finanzielle Frage
sein. Das Abtragen des Rasens dürfte wesentlich mehr kosten als ein
Abbrennen mit chemischen Mitteln. Darum sind sowohl Gegner wie Befürworter
wohl darauf bedacht, den Schaden in (finanziellen) Grenzen zu halten.
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