| Naters / Die Sozialpädagogische
Weiterbildungskommission (SPAZ Oberwallis) organisiert heute Abend im OS
Regionalschulhaus Brig-Glis eine Ausstellung und Gesprächsrunde über
Verantwortung im Erziehungsalltag. Die RZ war bei Jugendlichen an der OS
Naters, die sich das Thema zur Aufgabe gemacht haben.
Von Walter Bellwald
Seit einem Jahr kommen an der Orientierungsschule in Naters die sogenannten
Peacemaker (Friedensstifter) zum Einsatz, wenn es auf dem Pausenplatz
zu verbalen Streitereien oder Handgreiflichkeiten kommt. Mit Erfolg. Seither
haben wir viel weniger Zwischenfälle und Unannehmlichkeiten in unserer
Schule, bestätigt Schuldirektor Walter Zenhäusern.
Friedensstifter an der Schule
Die fünf Peacemaker Ingrid Zumkehr, Michelle Schmid, Benjamin
Knil, Steve Krüger und Riccardo Gomez sind dafür verantwortlich,
dass Streitereien und Handgreiflichkeiten unter den Schülern schnell
und effizient gelöst werden. Im Klartext: Bei Auseinandersetzungen
zwischen den Jugendlichen greifen sie schnell und beherzt ein und schlichten
an Ort und Stelle. Die fünf SchülerInnen wurden von ihren jeweiligen
Lehrern als Peacemaker bestimmt. Nicht ohne Grund: Die Lehrer kennen
ihre Schülerinnen und Schüler am besten und bestimmen Jugendliche
für diese Rolle, die sich auch in der Klasse durchsetzen können,
erklärt Lehrer Walter Sieber.
Anspruchsvolle Aufgabe
Für die fünf Jugendlichen selber ist die neue Aufgabe eine
riesige Herausforderung. Ich habe früher viele Streitereien
mitbekommen, erklärt Ingrid Zumkehr. Darum wollte ich
aktiv mithelfen, solche Zwischenfälle künftig zu verhindern.
Auch Benjamin Knil setzt sich als Peacemaker mächtig ins Zeug: Dadurch
habe ich die Möglichkeit, Probleme gewaltfrei zu lösen.
Nichts desto trotz braucht es eine gehörige Portion Mut, sich zwischen
zwei Kampfhähne zu werfen und den Streit zu schlichten. Neben den
drei Jungs stehen auch die Mädchen voll ihren Mann. Ingrid: Sicher
braucht es Überwindung, bei einer Rauferei dazwischen zu gehen. Aber
bisher hat es immer ganz gut geklappt. Wenn die Peacemaker
beherzt eingreifen, wird ein Streit schon vielfach im Keim erstickt,
ergänzt Walter Sieber nicht ohne Stolz.
Schülerkonferenz
Seit vier Jahren wird an der OS Naters auch eine Schülerkonferenz
einberufen. Dabei ist eine Zusammenarbeit zwischen Schülern, Lehrern
und Eltern unabdingbar. An der Schülerkonferenz werden von den jeweiligen
Klassensprechern verschiedene Ideen und Vorschläge eingebracht. Jeder
Beschluss muss von der Lehrerschaft und den Eltern abgesegnet werden.
Erst dann wird die Idee verwirklicht. Lehrer Sieber: Eine gute Sache.
Bisher konnten schon mehrere Projekte realisiert werden.
|