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73 Millionen Franken für den neuen Personenbahnhof
Grünes Licht für den Bahnhof Visp

 
Visp / Bern / Der SBB-Verwaltungsrat behandelt in diesen Tagen den Projektkredit für den neuen Personenbahnhof Visp. Damit gibt er definitiv Grünes Licht für den Bau eines neuen, modernen Eisenbahnknotens im Oberwallis. Die Kosten belaufen sich auf 73 Millionen Franken, wovon die SBB 45 Millionen übernehmen werden.

Von German Escher

„Mit dem Lötschberg-Basistunnel wird Visp wie Zürch, Bern oder Basel zu einem Vollknotenpunkt“, unterstreicht SBB-Pressesprecher Christian Kräuchi die Bedeutung des neuen Personenbahnhofs. „Das ist ein Quantensprung für den öffentlichen Verkehr im Oberwallis.“ Zur vollen Stunde wird man in alle Richtungen weiterfahren können. Das wiederum bedingt den Bau zusätzlicher Perronanlagen sowie einen optimalen Miteinbezug der BVZ-FO-Bahn. Als Folge davon muss das heutige Bahnhofgebäude abgerissen und nach Süden verschoben werden. Kostenpunkt des neuen Personenbahnhofs: 73 Millionen Franken. Die SBB ihrerseits übernehmen 45 Millionen. Der Bärenanteil der Restkosten geht zu Lasten der BVZ-FO-Bahn. Auch die Gemeinde wird dazu wohl ihren Beitrag leisten müssen. Diese verhandelt derzeit auch mit verschiedenen Interessenten über die kommerzielle Nutzung auf dem künftigen Bauplatzareal. Dazu wären dem Vernehmen nach weitere Investitionen von mindestens 20 Millionen Franken notwendig. Im vorliegenden Projektkredit ist laut Kräuchi das neue Aufnahmegebäude dabei, das als moderne Kundenplattform mit Schalterhalle, Gepäckdienst, Verpflegungs- und Einkaufsmöglichkeiten dienen soll.

Detail-Infos im Januar
Betroffen von den Bauplänen am Bahnhof Visp sind auch verschiedene Private. Ein Hotel und zwei Häuser müssen abgerissen werden. Das bestätigt auch der zuständige Gemeinderat Philipp Teysseire: „Die Eigentümer werden am 22. Januar im Detail über das Projekt informiert.“ Unklarheiten gibt es offenbar noch in Bezug auf die neuen Güterumschlaganlage. Hier will man gemäss RZ-Recherchen nochmals über die Bücher. Wie die SBB auf Anfrage bestätigen, sind der Umbau der Güterumschlaganlage ebenso wie die neue Sicherheitsanlage nicht Gegenstand des Projektkredits.

290 Millionen fürs Oberwallis
Im Wissen um die regionalpolitische Brisanz des Bahnhof-Dossiers bestätigte SBB-Pressesprecher Christian Kräuchi der RZ nochmals, dass der Bahnhof Brig ins Konzept miteingebunden wird. Dazu gehört zum einen der Bau der FO-Ostausfahrt. Zum andern wird die Agglomeration Brig-Glis-Naters weiterhin optimal an die nationalen und internationalen Verbindungen angeschlossen. Die stündlichen IC/EC-Züge Bern-Visp-Brig und Lausanne-Visp-Brig werden abwechslungsweise bis Mailand weitergeführt.

Ohne den Basistunnel sind im Oberwallis derzeit Bahnprojekte für rund 290 Millionen Franken in Planung oder im Bau. Sämtliche Bauvorhaben sollten bis zur Eröffnung der NEAT abgeschlossen sein.


 

 

      
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