| Brig / Bern / Gute
Nachricht für den Autoverlad durch den Furkatunnel. Die positive Trendwende
des letzten Jahres konnte fortgesetzt werden. Jetzt verhandelt man mit den
BLS über den Betrieb und die Vermarktung des Autoverlads.
Von German Escher
Ursprünglich wollte die FO den Autoverlad an die BLS abtreten. Wie
diese Kooperation nun aussehen könnte, ist derzeit aber noch unklar.
Es haben erste Gespräche stattgefunden, bestätigt
FO-Direktor Rolf Escher der RZ auf Anfrage. Beide Seiten sind der
Meinung, dass eine engere Zusammenarbeit in diesem Bereich klug wäre.
Die BLS ist aber nicht nur am Autoverlad, sondern auch an einer weiteren
Zusammenarbeit im touristischen Bereich interessiert. Doch vorerst
liegt der Ball bei den BLS. Gemäss RZ-Recherchen ist eine weitere
Gesprächsrunde im Januar geplant, zu der nebst der FO auch andere
Autoverlade-Anbieter geladen sind. Dabei werde es um mehr als eine Marketing-Kooperation
gehen, heisst es dazu vielsagend aus den BLS-Etagen. Eine durchaus weitergehende
Zusammenarbeit ist also denkbar.
Aufwärtstrend hält an
Noch vor zwei Jahren machte man sich in den FO-Chefetagen ernsthafte
Gedanken über die Zukunft des Autoverlads. Dank zusätzlichen
Marketingaufwändungen schaffte man letztes Jahr die Trendwende. Und
auch heuer hielt diese positive Entwicklung an. Die FO hat bis Ende Oktober
2002 bereits 151`000 Fahrzeuge verladen. Das sind rund 6`000 Autos mehr
als in der Vergleichsperiode des Vorjahres. Auch der Autoverlade-Umsatz
stieg um rund 100`000 auf 4,05 Millionen Franken an. Zum Vergleich: Vor
drei Jahren setzte man in den ersten zehn Monaten noch 3,6 Millionen beim
Autoverlad um. Das gute Marketing und die Wettereinflüsse sind laut
Direktor Rolf Escher die Hauptgründe für die Zunahme. Trotzdem
überrascht die steigende Nachfrage beim Autoverlad: Zum einen sind
die Stauwarnungen auf der Gotthard-Autobahn für den Furka-Verlad
alles andere als förderlich. Zum andern spüren auch die Bahnen
das schwierige, wirtschaftliche Umfeld: Beim Personentransport muss die
FO einen Rückgang von fünf, beim Glacier-Express gar ein Minus
von acht Prozent hinnehmen.
Keine Subventionskürzung für FO
Grosse Sorge bereitete FO-Direktor Rolf Escher die drohende Kürzung
der Bundesbeiträge an den Autoverlad. Doch diese konnte abgewendet
werden. Im Gegensatz zur BLS, die aufgrund der Selbstwirtschaftlichkeit
seit 1999 keine Bundesgelder mehr erhalten, kommen die Rhätische
Bahn für den Vereina-Autoverlad und die FO für den Furka-Autoverlad
auch künftig in den Genuss der Abgeltungen im bisherigen Rahmen.
Und das waren 2001 immerhin 1,735 Millionen Franken. Für Rolf Escher
ist klar: Hätte uns der Bund die Subventionen gekürzt,
wäre der Autoverlad während der Sommermonate wohl ernsthaft
gefährdet gewesen.
Jetzt kann man auf der FO/BVZ-Chef-etage zuversichtlich in die Zukunft
blicken. Wenn wir gemeinsam mit der BLS das Marketing für den
Autoverlad verbessern, dann sollten die Frequenzen weiter erhöht
und allenfalls auch die Tarife leicht reduziert werden, hofft Escher.
Wir sind heute mit unseren Verladetarifen an der oberen Grenze.
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