| Sitten / Oberwallis
/ Seit knapp einem Jahr haben unsere wichtigsten Nachbarländer den
Euro eingeführt. Auch hierzulande sind die Euro-Geldscheine keine Seltenheit
mehr. Aber ist der Euro schon Parallelwährung zum Franken? Die
RZ hat nachgefragt.
Von Ruth Seeholzer
Bei der Mehrheit der Betriebe aus der Tourismusbranche und dem Detailhandel
liegen die heutigen Barzahlungen in Euro auf einem ähnlichen Niveau
wie die früheren Zahlungen in den alten europäischen Währungen,
erklärt Niklaus Blattner von der Schweizerischen Nationalbank (SNB).
Seit der Einführung des Euro-Bargeldes Anfang 2002 sei es wie erwartet
nicht zu einer massiven Erhöhung der Fremdwährungszahlungen
gekommen.
Keine Euro-Panik
Dies zur Erleichterung der Tourismusgebiete im Oberwallis. Denn obwohl
mittlerweile praktisch überall mit Euro bezahlt werden kann, ist
man grösstenteils froh, dass diese Währung nicht zu stark Überhand
nimmt. Der Wert des Euro ist das Problem, erklärt Marcel
Perren, Vize-Direktor von Wallis Tourismus. Dieser wurde anfangs zu hoch
eingeschätzt. Heute ist der Euro eher schwach im Gegensatz zum starken
Franken.
(T-)Euro
Bei unseren Euro-Nachbarn hält sich der Glaube hartnäckig, dass
sich durch dessen Einführung ihr Leben enorm verteuert habe. Obwohl
die Deutsche Bundesbank beteuert, das seien bloss Bauch-Gefühle
Rational lässt sich eine Verteuerung nicht feststellen,
so Bundesbank-Präsident Ernst Welteke gibt es in einem der
wichtigsten Gäste-Segmente des Oberwallis viele Euro-Hypochonder.
Deutschland ist mit zwanzig Prozent Gästeanteil eines der wichtigsten
Kunden der Walliser Hotellerie. Solche Euro-Ängste spüren
wir tatsächlich auch bei uns, so Marcel Perren.
Gäste-Rückgang dank Euro?
Die Logiernächte im Kanton Wallis haben im Jahr 2002 um acht Prozent
abgenommen. Wir haben Marktanteile in Deutschland verloren,
gibt Perren zu. Der Vizedirektor von Wallis Tourismus vermutet: Die
Preissensibilität und die schlechte Wirtschaftslage unseres grossen
Nachbarn waren dem sicher zuträglich. Also ein schlechtes
Fazit zum Euro? Nein, nicht unbedingt, meint Perren. Die
neue Einheitswährung hat auch Vorteile. Fachleute sind sich
jedoch einig, dass der Euro in nächster Zeit nicht mehr viel an Bedeutung
zulegen wird im Schweizer Tourismus.
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